Teaserbild Podcast Was tun, Herr General? 66 min
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Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat das System Putin erschüttert. Der russische Präsident sei nach dem Aufstand beschädigt, sagt Ex-Nato-General Bühler. Wir sprechen darüber, wie es dazu kam und wie es nun weitergeht.

MDR AKTUELL Di 27.06.2023 17:15Uhr 65:31 min

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Die Welt blickte gebannt nach Russland, als die Wagner-Truppe um ihren Chef Jewgeni Prigoschin den Aufstand wagte. Doch so schnell, wie es begann, endete es auch wieder. Darüber sprechen Tim Deisinger und Ex-Nato-General Erhard Bühler in dieser Folge. Viele Fragen seien noch offen, sagt Bühler. Auch wisse man noch zu wenig über den Deal, der den Aufstand beendet habe. Die Geschichte sei noch nicht beendet. Spekulationen über einen womöglich inszenierten Aufstand erteilt Bühler jedoch eine klare Absage. Und er erklärt im Detail, warum solchen Theorien seiner Meinung nach jegliche Plausibilität fehlt. Doch warum wagte Prigoschin den Aufstand? Bühler glaubt, der Wagner-Chef habe die Bodenhaftung verloren. Er habe sich und seine Rolle im russischen System massiv überschätzt.

Im Detail geht es auch darum, wie der Aufstand ablief: Dass die russische Armee so wenig Widerstand geleistet habe, ist für Bühler erklärbar. Die Wagner-Gruppe habe einen Ruf. Und die russischen Truppen hätten schlicht nicht gewusst, was sie erwarte. Die Führung habe versagt. Präsident Wladimir Putin habe Prigoschin zu lange gewähren lassen. Und Putin habe sich weiter beschädigt, weil er erst scharfe Strafen angekündigt und dann der Straflosigkeit für die Aufständischen zugestimmt habe. Der Aufstand habe aller Welt gezeigt, dass Putin nicht mehr die volle Kontrolle habe.

Die aktuelle militärische Lage in der Ukraine: Die Ukrainer versuchen weiter, mit kleineren Angriffen Schwächen in der russischen Verteidigung zu finden. Größere Geländegewinne bleiben dabei bisher aus. Ein Großteil der Offensivkräfte wartet noch auf den Einsatz, sie stehen noch hinter der Front. Und die Ukrainer sind an einer Stelle wieder mit Aufklärungseinheiten über den Dnipro übergesetzt.

Außerdem gab es eine Meldung, die viele aufhorchen ließ, auch bei der Bundeswehr. Deutschland will nun doch eine Brigade mit 4.000 zusätzlichen Soldaten und Soldatinnen dauerhaft in Litauen stationieren. Bühler sagt, sie sollten dort zusammen mit Truppen aus anderen Ländern mögliche Aggressoren abschrecken. Das sei eine Reaktion auf das Verhalten Russlands. Bühler spricht von einem notwendigen Schritt, mit dem Deutschland eine Führungsrolle übernehme.

Wenn Sie Fragen haben: Schreiben Sie an general@mdraktuell.de oder rufen Sie kostenfrei an unter 0800 637 37 37.

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