
Kulturelle Ausflugstipps Wohin am Wochenende? Tipps für Chemnitz, Wittenberg und Altenburg
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27. März 2025, 15:30 Uhr
Die Empfehlungen zum Wochenende führen Sie in Chemnitz in die Tiefen des Erzgebirges, wo der Bergbau die Kultur bis heute prägt. In Wittenberg werden Fotografien von Müttern und Töchtern gezeigt, die über drei Jahrzehnte hinweg entstanden. Und zum Eurodance-Sound ihrer Eltern tanzt eine junge Frau von heute im Theaterzelt Altenburg. Das sind unsere Tipps:
Sind Sie schon im Buchmesse-Fieber? Seit Mittwoch sind alle Blicke auf nach Leipzig gerichtet, wo sich bis zum kommenden Sonntag Bücher und deren Autorinnen und Autoren im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit sonnen. Die Verlage laden zum Geschäftsessen nach Messeschluss, das Publikum hängt Prominenten und literarischen Talenten an den Lippen. In Leipzigs Innenstadt sind alle Lokale ausgebucht, zwischen Cosplayern (junge Menschen, die sich als japanische Comicfiguren verkleiden) und Touristenströmen ist kaum Platz für Anderes, als Literatur. Wohin also am Wochenende? Mutig empfehlen wir Ihnen ein Kontrastprogramm zum Leipziger Lesefest.
Chemnitz: Geschichten aus der Tiefe der Berge
"Kumpeltod" – so wurde der billige Schnaps genannt, den Bergleute als Bonus zu ihrem Gehalt bekamen. Die harte Arbeit unter Tage prägt die Erzgebirgsregion bis heute, aber auch die Schätze des Dresdner Hofes wären ohne das kostbare Erz, das die Kumpel zu Tage förderten, nicht denkbar. Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres zeigt die Ausstellung "Silberglanz und Kumpeltod" Glanz- und Schattenseiten des Bergbaus. Der Bogen spannt sich dabei von der Bronzezeit bis in die DDR. Auch einen Blick in die Zukunft wagt die Ausstellung und hinterfragt, ob der Bergbau in der Region wiederbelebt werden sollte. Und selbst Dagobert Duck hat in der Schau seinen Platz hier gefunden, schließlich erlangte auch er seinen Reichtum durch Gold- und Kupferschürfen.
Das Programm der Kulturhauptstadt Chemnitz hat über das Jahr 2025 noch viele andere Highlights zu bieten, die einen Wochenendausflug rechtfertigen. Einen Überblick über die Höhepunkte des Jahres finden Sie in unserer Zusammenstellung.
Wittenberg: Mütter-Töchter-Bilder im Wandel der Zeiten
Langzeitdokumentationen haben einen besonderen Reiz. Wie sich Menschen im Lauf der Jahrzehnte verändern, so verändert sich manchmal auch der Blick, den Künstler auf sie werfen. Angela Fensch begann als Mannequin beim Modeinstitut der DDR, bevor sie den Platz vor mit dem Platz hinter der Kamera tauschte. Für Zeitschriften wie "Das Magazin", "Sibylle" oder "Für Dich" setzte sie Frauen in Szene und schließlich ins Bild. Der weibliche Blick auf ihre Geschlechtsgenossinnen prägt auch ihre Fotoserie "KindFrau", in der sie Mütter und Töchter über Jahrzehnte fotografisch begleitete. Die Cranach-Stiftung in Wittenberg zeigt Bilder aus dieser Serie, begleitet von biografischen Informationen zu den Protagonistinnen.
Altenburg: Zeitreise im Stroboskoplicht
Erinnern Sie sich noch an die 90er-Jahre? Harter Techno wummerte in den leeren Industriehallen des Ostens. Die etwas bravere musikalische Schwester des Techno lief als "Eurodance" im Radio und den "richtigen" Diskotheken wie dem "Flash" in Altenburg. Im Theaterzelt Altenburg kann man am Sonnabend noch einmal zurückreisen in die Welt von Blümchen, Snap und Songs wie "Barbie Girl", den Glitzerjacken und den "Moon boots" genannten Plateaustiefeln.
"Wir machen hier kein Dokumentar-Theater, sondern erzählen ein glitzerndes Märchen mit realem Hintergrund", beschwichtigt Regisseur Manuel Kressin. Mit leichter Hand soll das Publikum durch das Stroboskoplicht zurück in die Zeit geführt werden, als all die Griesgrame von heute noch jung waren und jedes Wochenende die Tanzfläche stürmten. Was ist passiert in den vergangenen drei Jahrzehnten? Wo ist sie hin, all die Lebenslust, die Bewegungsfreude? Kann der Rausch der Jugend noch einmal zum Leben erweckt werden, vielleicht hier, im Theaterzelt in Altenburg? Am 29. März gibt es die Gelegenheit, dieser Frage nachzusinnen..
Der persönliche Tipp: Norwegische Buchmesse-Sauna
Wie eingangs erwähnt – das Gedränge auf der Leipziger Buchmesse in diesen Tagen ist alles andere, als erholsam. Wer also Buchmessefeeling ohne Stress sucht, dem sei ein letzter Saunagang vor dem Sommer empfohlen. Die Temperaturen draußen sind noch ein wenig wie im diesjährigen Buchmesse-Gastland Norwegen, und außerdem verfallen die zu Weihnachten geschenkten Saunagutscheine ansonsten unbemerkt. Beste Gelegenheit, um sich einen Klassiker oder aktuellen Bestseller der norwegischen Literatur zu schnappen und sich zwischen den Aufgüssen in die Welt der Fjorde und tiefen Wälder zu vertiefen.
Eine handverlesene Auswahl an Lektürempfehlungen von Henrik Ibsen über Tarjej Vesaas bis zum Literaturnobelpreisträger Jon Fosse haben wir hier für Sie zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen und der heimlichen Freude, dass am Wochenende die Saunen leer sind, weil sich alle in den Buchmesse-Hallen drängen!
Im Programm: MDR KULTUR - Das Radio, 27.03.2025, 6:30 Uhr // MDR KULTUR - Das Radio, 25.10.2024, 7:10 Uhr // MDR KULTUR - Das Radio, 22.02.2025, 7:45 Uhr // MDR KULTUR - Das Radio, 28.02.2025, 6:30 Uhr