Die Medienschau
Hauptinhalt
Kommentare zu 25 Prozent US-Zöllen auf Autos
28. März 2025, 10:36 Uhr
"Zölle bewirken in einer arbeitsteiligen Welt selten Gutes, und Trump macht es noch schlimmer“, kommentiert die Leipziger Volkszeitung: "Mindestens drei Zwecke verfolgt er, und sie passen nicht zusammen. Zölle sollen die US-Industrie schützen und stärken, die löchrige Staatskasse füllen und als Verhandlungsmasse mit dem Ausland dienen. Aber jeder dieser Zwecke bräuchte ein andere Zollpolitik - es passt vorn und hinten nicht."
Ähnlich sieht es die Thüringer Allgemeine: "Die US-Regierung will erreichen, dass Autokonzerne und die Unternehmen anderer Branchen verstärkt in den USA produzieren und dort Jobs schaffen. Das unmittelbare Ergebnis dieser Politik wird aber sein, dass die Konsumenten in den USA deutlich höhere Preise werden zahlen müssen. Auch die im Land ansässigen Hersteller werden leiden, weil sich der Einkauf von Komponenten und Teilen verteuert. Donald Trump betreibt eine Wirtschaftspolitik, die den Interessen Amerikas fundamental zuwiderläuft."
Die Südwestpresse aus Ulm bewahrt sich einen Rest Optimismus und schreibt: "Angesichts dieser Vorgeschichte sollte man lieber skeptisch bleiben und nicht völlig sicher davon ausgehen, dass Trump am 2. April die in Aussicht gestellten Zölle tatsächlich erheben wird. (...) Die Börsen kaufen Trump inzwischen nicht mehr ab, dass hinter dem Zoll-Spielchen eine plausible Strategie steckt. Wahrscheinlich zu Recht."
Die Augsburger Allgemeine blickt auf die Rolle der EU: "Ursula Von der Leyen sollte den US-Chefdroher dort packen, wo er am verwundbarsten ist und ihm klarmachen, dass auf Auto-Zölle saftige EU-Abgaben auf die Geschäfte amerikanischer Digitalgiganten wie Google, Microsoft, Amazon, Apple oder Meta folgen. Dann denkt Trump vielleicht um."
Der Münchner Merkur führt den Gedanken fort: "Die US-Techkonzerne, die einen großen Teil ihrer märchenhaften Gewinne in Europa scheffeln und deren Chefs sich gerade vor Trump in den Staub werfen, sind verwundbar. Doch wäre Eskalation die falsche Antwort auf Trumps Handelskriegserklärung. Die dürfen die EU-Politiker gern den europäischen Verbrauchern überlassen. Zu hoffen wäre, dass sie dem Beispiel der tapferen Kanadier folgen und noch konsequenter amerikanische Produkte meiden."