Der Innenraum der Kloster Kirche Sankt Wigbert
Täglich um 6:20 und 9:20 Uhr gibt es bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Augenblick mal", das Wort zum Tag. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wort zum Tag Augenblick mal

04. April 2025, 05:00 Uhr

Täglich um 6:20 Uhr und um 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Augenblick mal", das Wort zum Tag. In dieser Woche spricht es Theologin Paula Greiner-Bär, katholisch und aus Erfurt.

Freitag, 4. April: Karotte

Heute ist der internationale Tag der Karotte. Ja, richtig gehört: die Karotte hat ihren eigenen Tag im Kalender. Und warum auch nicht? Sie ist vielseitig, gesund und wächst - zumindest gefühlt - in jedem Garten.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 04.04.2025 06:20Uhr 01:52 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Aber was mich an der Karotte besonders fasziniert: Das Entscheidende bleibt meistens unsichtbar. Der größte Teil liegt unter der Erde. Da, wo es dunkel ist, wächst sie heran.

Und das in beeindruckender Vielfalt: Weltweit gibt es über 500 verschiedene Karottensorten. Sie sind nicht nur orange - es gibt auch gelbe, violette, rote und sogar fast schwarze Sorten. Manche sind süß, andere eher würzig. Manche werden riesig, andere bleiben zart und filigran.

Diese Vielfalt ist mit der Zeit entstanden. Und Zeit ist auch das, was Karotten - neben Sonne und Wasser - zum Wachsen brauchen; je nach Sorte bis zu vier Monate. Sie lassen sich nicht hetzen. Und sie wachsen dort am besten, wo der Boden locker ist, durchlässig, nährstoffreich. Ein harter, verkrusteter Boden macht es ihnen schwer.

Ich finde, darin steckt eine stille Lebensweisheit: Wachstum braucht Raum und Zeit. Und Tiefe. Es passiert selten an der Oberfläche, oft im Verborgenen. Das, was trägt und nährt - in der Welt wie im eigenen Leben - entsteht nicht laut und schnell, sondern eher leise und langsam.

Vielleicht ist der Tag der Karotte ja eine Erinnerung daran: Es lohnt sich, das Unsichtbare nicht zu unterschätzen. Und der Vielfalt, die still unter der Oberfläche wächst, mit Respekt zu begegnen - bei Menschen ebenso wie bei Karotten.

Einen wunderbaren Tag wünscht Ihnen Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Donnerstag, 3. April: Sommerzeit

Da hätte ich doch am vergangenen Sonntag glatt vergessen, meine Uhren umzustellen. Rein in die Sommerzeit. Klar, die eine Stunde weniger Schlaf merke ich immer noch ein bisschen. Aber die längeren, hellen Abende? Die geben mir so viel Energie! Es fühlt sich ein bisschen an wie Aufwachen aus dem Winterschlaf - raus aus der dunklen Jahreszeit, rein ins Licht, in die Wärme, ins Leben.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio Do 03.04.2025 06:20Uhr 01:43 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Die Zeitumstellung erinnert mich daran, wie sehr Licht und Zeit meine Stimmung beeinflussen. Im Winter zieht es mich nach Feierabend oft nur noch aufs Sofa - jetzt aber? Jetzt bekomme ich Lust, noch eine Runde spazieren zu gehen, den Tag nicht einfach enden zu lassen, sondern noch etwas damit anzufangen.

Und doch ist Zeit so viel mehr als das, was die Uhr zeigt oder die Tageszeit vorgibt. Manche Minuten vergehen wie im Flug, andere ziehen sich endlos. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Zeit anhalten - manchmal, dass sie schneller vergeht. Aber eigentlich geht es doch darum, die Zeit, die ich habe, bewusst zu erleben. Nicht nur durch den Tag zu hetzen, sondern innezuhalten und zu genießen. Vielleicht lädt der heutige Donnerstag dazu ein, bewusst mal eine Pause zu machen. Sich Zeit zu nehmen für das, was sonst zu kurz kommt - für ein längere gemeinsame Mittagspause, für ein Treffen mit Freunden, für einen Spaziergang in der Frühlingssonne, für Zeit mit Gott. Bei mir steht jetzt alles auf Sommerzeit. Und bei Ihnen?

Eine lichtvolle Frühlings- und Sommerzeit wünscht Ihnen Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Mittwoch, 2. April: Internationaler Kinderbuchtag

Ich erinnere mich noch genau: Abends vor dem Schlafengehen saßen wir gemütlich zusammen und meine Eltern haben vorgelesen. Märchen von den Gebrüdern Grimm, abenteuerliche Geschichten aus Tausend und einer Nacht, die wundersamen Erlebnisse der Kinder in den Büchern von Astrid Lindgren oder Erich Kästner. Manche Geschichten konnte ich irgendwann mitsprechen, so oft habe ich sie gehört. Und die Figuren darin - sie waren die Heldinnen und Helden meiner Kindheit.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mi 02.04.2025 06:20Uhr 01:55 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Heute ist Internationaler Kinderbuchtag. Seit 1967 wird er gefeiert, immer am Geburtstag des Dichters und Autors Hans Christian Andersen. Dieser Tag kann daran erinnern, wie wichtig Bücher sind - wie sie die Fantasie anregen, Wissen vermitteln und die Freude am Lesen wecken.

Manchmal träume ich mich noch immer in diese Fantasiewelten zurück. Die Abenteuer von Pippi Langstrumpf oder die Freundschaft zwischen Pünktchen und Anton - das sind Geschichten, die mich geprägt haben. Sie lassen mich mitfühlen, eröffnen neue Welten, bringen mich zum Staunen und Nachdenken. Sie helfen mir, das echte Leben besser zu verstehen.

Und vielleicht haben deshalb auch die Geschichten der Bibel eine so große Bedeutung für mich. Jesus selbst hat oft in Bildern gesprochen, in Gleichnissen, die mich bis heute begleiten. Geschichten, die mich herausfordern und die ich immer wieder neu entdecken kann. Denn das macht gute Geschichten aus: Sie bleiben. Sie wachsen mit mir mit. Sie verändern sich - oder vielleicht verändern sie mich.

Vielleicht ist der Internationale Kinderbuchtag eine gute Gelegenheit, mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen, eine Geschichte zu lesen - oder jemandem eine zu erzählen. Welche Geschichte haben Sie heute zu erzählen?, fragt sich Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Dienstag, 1. April: Taschenrechner

In den 1. April mit einem Aprilscherz starten - ja, das wäre wohl nahe liegend. Aber in der aktuellen Welt und Zeit ist mir oft nicht nach Scherzen zu mute. Vielmehr möchte ich heute morgen auf ein Gerät schauen, das fast jede und jeder kennt - aus der Schule, aus dem Büro, manchmal auch aus dem Alltag: den Taschenrechner.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 01.04.2025 06:20Uhr 01:47 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Heute ist der internationale Tag des Taschenrechners. Schnell mal was nachrechnen: Prozent, Wurzel, Summe. Übersichtlich, klar, nachvollziehbar. Manchmal wünschte ich, das Leben ließe sich auch so berechnen. Wenn ich A tue, kommt B heraus. Wenn ich mich anstrenge, werde ich belohnt. Wenn ich alles richtig mache, läuft alles gut.

Aber so funktioniert das Leben nicht. Es ist nicht immer logisch. Nicht immer fair. Und schon gar nicht immer berechenbar. Menschen handeln nicht wie Zahlen. Gefühle lassen sich nicht in Formeln pressen. Und nicht jeder Einsatz zahlt sich sofort aus. Gerade deshalb ist es gut, dass es etwas gibt, das über Rechenlogik hinausgeht: Vertrauen. Geduld. Gnade. Hoffnung.

Vielleicht ist das der Gedanke an diesem 1. April: Es muss nicht immer alles aufgehen. Nicht alles muss sich rechnen. Es genügt, wenn ich heute mein Bestes gebe - auch ohne Garantie fürs Ergebnis.

Denn manche der wichtigsten Dinge im Leben lassen sich nicht ausrechnen. Aber sie zählen trotzdem. Und natürlich gehört da auch ein Schmunzeln oder ein herzhaftes Lachen dazu, wenn der ein oder andere Aprilscherz heute wartet. Einen frohen Tag wünscht Ihnen Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Montag, 31. März: World Backup Day

"Möchten Sie die Änderungen oder den aktuellen Spielstand speichern?" - Diese Frage taucht auf meinem Bildschirm auf, wenn ich ein Dokument schließen will oder ein Spiel beende. Heute, am 31. März, ist der World Backup Day, der internationale Tag der Datensicherung.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 31.03.2025 06:20Uhr 01:48 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Klar, es geht dabei um Technik. Um Festplatten, Cloudspeicher, um die Angst davor, dass Daten plötzlich verloren sind. Viele meiner Geräte machen im Hintergrund ganz automatisch ein Backup - ohne, dass ich es überhaupt bemerke.

Aber dieser Tag lädt auch zu einem anderen Gedanken ein: Wie sieht es mit einem Backup für mein eigenes Leben aus? Nicht erst abends, wenn ich den Tag abschließe und meine Geräte ausschalte - sondern schon am Morgen, wenn ich neu starte.

Was will ich heute "abspeichern" - an guten Gedanken, an wertvollen Begegnungen? Was soll hängenbleiben? Und vielleicht noch wichtiger: Was habe ich im Gepäck aus den vergangenen Tagen, das ich jetzt mitnehmen möchte - und was darf auch mal gelöscht oder losgelassen werden?

Ich finde: Ein persönliches Backup bedeutet nicht, alles zu behalten. Sondern das Wesentliche zu sichern. Dankbarkeit zum Beispiel. Oder ein gutes Wort, das mir gesagt wurde. Die Ermutigung von anderen. Ein Lächeln.

Ich werde mir heute Morgen und zu Beginn der neuen Woche einen Moment Zeit nehmen, um bewusst zu entscheiden, womit ich meinen Tag "speichere" - und womit ich ihn füllen möchte.

Einen gesicherten Anfang und ein gutes Backup für den Tag wünscht Ihnen Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Sonntag, 30. März: Freue Dich!

Freue Dich - so ist der heutige Sonntag überschrieben. Die Hälfte der Fastenzeit ist schon geschafft - deshalb heißt der vierte Fastensonntag in der Kirche Laetare. Das ist Latein und heiß eben: Freue dich.

Theologin Paula Greiner-Bär 2 min
Bildrechte: MDR/privat
2 min

MDR THÜRINGEN - Das Radio So 30.03.2025 06:20Uhr 01:47 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Der Name Laetare stammt vom Eröffnungsvers der Heiligen Messe: Laetare, Ierusalem - Freue dich, Jerusalem. Schon seit dem sechsten Jahrhundert wird dieser Sonntag besonders gefeiert - als Ermutigung für die, die fasten, beten, verzichten. Ein kleiner Lichtblick auf halbem Weg, sozusagen.

Mitten in der Fastenzeit, in dieser ernsten, manchmal auch schweren Zeit - ein Sonntag, der ein bisschen heller klingt. Die Liturgie öffnet einen kleinen Spalt hin zum Osterlicht. Die violetten Gewänder, die im Gottesdienst getragen werden, und die Tücher am Altar, dürfen heute sogar rosa sein - ein zartes Zeichen der Vorfreude.

Ich mag das. Auch im Alltag. Wenn mitten in der Anstrengung ein Moment der Freude aufblitzt. Wenn ich plötzlich merke: Ich muss nicht alles allein schaffen. Oder wenn ich einfach merke, wie gut ein freundlicher Blick tut.

Laetare heißt nicht: Alles ist gut. Aber es heißt: Es wird gut. Und: Es ist jetzt schon Licht da - wenn auch nur ein Schimmer. Und vielleicht ist das heute genau die richtige Haltung für diesen Sonntag: Nicht alles muss perfekt sein. Aber ich darf mich trotzdem freuen. Auf das, was kommt. Und über das, was jetzt schon da ist.

Einen gesegneten und frohen Sonntag wünscht Ihnen Paula Greiner-Bär, katholisch, aus Erfurt.

Paula Josephine Greiner-Bär Paula Josephine Greiner-Bär, geboren 1997, studierte nach einem einjährigen Volontariat in Israel/Palästina katholische Theologie in ihrer Heimatstadt Erfurt. Seit ihrem Studienabschluss im Jahr 2021 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 04. April 2025 | 06:20 Uhr