Wienrode im Harz Wienrode: Mitglied rechtsextremistischen Vereins zieht in Ortschaftsrat ein

13. November 2023, 09:10 Uhr

Im Blankenburger Ortsteil Wienrode wurden am Sonntag Teile des Ortschaftsrats neu gewählt. Laut vorläufigem Wahlergebnis gehen zwei Plätze an die CDU. Den dritten Sitz bekommt voraussichtlich eine Kandidatin des – laut Verfassungsschutz – gesichert rechtsextremistischen Vereins "Weda Elysia".

Im Ortschaftsrat von Wienrode im Landkreis Harz wird in Zukunft voraussichtlich ein Mitglied eines gesichert rechtsextremen Vereins sitzen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Ergänzungswahl, wie die Stadt Blankenburg am Sonntagabend mitteilte. Die anderen zwei der drei offenen Sitze würden Kandidaten der CDU belegen. Das endgültige Ergebnis will die Wahlleitung am Dienstagabend bekanntgeben.

Mitglieder aus rechtsextremem Verein in Wählervereinigung "Schönes Wienrode"

Für die Ortschaftsratswahl standen vier Kandidaten der CDU sowie vier Kandidaten der Wählervereinigung "Schönes Wienrode" auf dem Zettel. Die CDU-Kandidaten erhielten insgesamt 986 Stimmen, die Wählervereinigung "Schönes Wienrode" kam auf 204 Stimmen, dazu gehörten auch zwei Mitglieder des rechtsextremen Vereins "Weda Elysia". Da die Sitzverteilung nach dem sogenannten Hare/Niemeyer-Verfahren errechnet wird, fällt ein Sitz damit ganz knapp an die Wählervereinigung "Schönes Wienrode".

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Wienrode ist ein Ortsteil der Stadt Blankenburg. Der Bürgermeister der Stadt, Heiko Breithaupt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT nach der Wahl, das sei ein deutliches Zeichen aus Wienrode. Er hoffe, dass sich die demokratischen Kräfte hinter diesem Wahlergebnis versammeln und zum Wohle des Ortes Wienrode und der Stadt Blankenburg agieren. Vielleicht sei es auch ein Weckruf gewesen, dass die Menschen sich tatsächlich wieder besser zusammenfinden für ihren Ort und sich mit ihm auch identifizieren.    

In dem Blankenburger Ortsteil Wienrode wurde eine Ergänzungswahl nötig, nachdem drei Plätze im Ortschaftsrat freigeworden waren. So war unter anderem die Ortsbürgermeisterin von Wienrode zurückgetreten.

Verein "Weda Elysia" vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft

Das Dorf war in die Schlagzeilen geraten, weil sich dort ein Verein mit dem Namen "Weda Elysia" niedergelassen hat, den der Verfassungsschutz seit vergangenem Jahr als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hat. Der Verein, der der völkischen Siedlungsbewegung zuzurechnen sei, verbreite antisemitische Inhalte.

Der Vorsitzende des Vereins, Maik Meinhard Schulz, hatte MDR SACHSEN-ANHALT gesagt, dass man sich falsch verstanden fühle und sich in das Dorf einbringen wolle. Deshalb habe der Verein auch zwei Kandidaten aufgestellt, darunter die Ehefrau von Schulz. Sie bekommt nun voraussichtlich einen Sitz im Ortschaftsrat.

MDR (Michel Holzberger, Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. November 2023 | 07:00 Uhr

51 Kommentare

hinter-dem-Regenbogen am 14.11.2023

Fakt ist :
dass wenn es von Innen her kommt , gleichauf von Aussen her "Nazifiziert" wird.
Wenn es von Aussen her kommt , z.B. die Einrichtung einer WG oder eines Kibbuz, dann verkörpert es die Liberalität, den Fortschritt und die Moderne.

> So wiederspiegelt sich auch in der Kultur, wenn auch versteckt, ein Kampf zwischen den Gegensätzen <

Letztendlich streiten wir uns dabei weniger um die Inhalte, sondern vielmehr über die Methoden, aus denen dann der Laie die Zielsetzung ableitet (ableiten soll) .

dimehl am 13.11.2023

"Da sind offensichtlich Bürger gewählt worden, die nicht an 52 Geschlechter glauben..."
Darin liegt das Problem: im inflationären Gebrauch der Zuschreibung "rechts" (auch in den Medien), die immer öfter Zuschreibungen wie "konservativ" oder "nationalkonservativ" verdrängt. Ja, hierzulande gibt es Rechte und Rechtsextremisten.
"rechts" ist aber doch mittlerweile auch, wer darauf besteht, das es nur Frau und Mann gibt und Kinder eine Mutter und einen Vater haben. Wer auch ausserhalb einer Fussball-WM Nationalstolz zeigt (dann ist es eine "völkische Gesinnung").
Zweifel am "ob" der unkontrollierten/unbegrenzten Massenzuwanderung (an der Art ihrer Bewältigung sind sie nicht mehr unterdrückbar) oder am Anteil des Menschen am Klimawandel führen ebenso sicher zu einer Zuschreibung "rechts" (alle Arten von "... - Leugnern" werden in der Regel "rechts" verortet). Irgendwann ist die große Mehrheit der Deutschen "rechts". Da gehen dem Verfassungsschutz wenigstens die Verfassungsfeinde nie aus ...

dimehl am 13.11.2023

Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist "dem Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) nachgeordnet, untersteht dessen Dienst- sowie Fachaufsicht und wird vom Präsidenten des BfV geleitet."
Quelle: Wikipedia
Präsident ist derzeit Hr. Haldenwang (CDU-Mitglied).
Quelle: Wikipedia
Nun ja, ganz so unabhängig, wie es sein müsste, ist es ja nun nicht...

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