MDR SACHSEN - Das Sachsenradio: Sachsen-Nachrichten um 16:00 Uhr
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28. März 2025, 16:05 Uhr
Inhalt des Artikels:
- Öffentlicher Dienst: Schlichter empfehlen Einigung
- Mehr Beschwerden über sächsische Polizei
- Verkehrsverbund erhöht Ticketpreise für Bus und Bahn
- Dresdner Behörden ermitteln gegen Diebesbande
- Arbeitslosenzahl in Sachsen stagniert
- Sachsen richtet Landesausreisezetrum ein
- Familie mit Axt erschlagen - Lebenslang für 28-Jährigen
- Sexueller Missbrauch: Langjährige Haftstrafe für Vater
- Preis der Leipziger Buchmesse vergeben
- Besucherplus im Schlösserland Sachsen
Öffentlicher Dienst: Schlichter empfehlen Einigung
Im Tarifstreit im öffentlichen Dienst hat die Schlichtungskommission eine Empfehlung vorgelegt. Sie schlägt vor, die Einkommen der Beschäftigten von Bund und Kommunen in zwei Stufen zu erhöhen. Zum 1. April dieses Jahres soll es ein Plus von drei Prozent geben, zum 1. Mai 2026 sollen die Gehälter dann noch einmal um 2,8 Prozent steigen. Die Empfehlung ist Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern am 5. April.
Mehr Beschwerden über sächsische Polizei
Bei der unabhängigen Beschwerdestelle der Polizei in Sachsen sind im vergangenen Jahr 270 Eingaben eingereicht worden. Das sind nach Angaben der Behörde etwas mehr als im Jahr zuvor. In den meisten Fällen sei das Verhalten von Beamten kritisiert worden, etwa unangemessenes Auftreten und unsensible Kommunikation. Seltener wurden fachliche Fehler moniert. Ein Drittel der Beschwerden wurde als zumindest teilweise begründet eingestuft. In 21 Fällen folgten strafrechtliche Ermittlungen gegen Polizisten.
Verkehrsverbund erhöht Ticketpreise für Bus und Bahn
Bus- und Bahnfahren in Mittelsachsen wird teurer. Der Verkehrsverbund teilte mit, dass die Preise zum 1. April um durchschnittlich 5 Prozent steigen. Die Einzelfahrt kostet dann 3,20 Euro und damit 20 Cent mehr als bisher. Das Ticket für den gesamten Verbundraum steigt von 10,30 Euro auf 11,10 Euro. Begründet wird die Tariferhöhung mit gestiegenen Kosten. Auch der Verkehrsverbund Oberelbe hat zum 1. April höhere Preise angekündigt. Hier verteuern sich die Fahrscheine um fast 7 Prozent.
Dresdner Behörden ermitteln gegen Diebesbande
Staatsanwaltschaft und Polizei Dresden ermitteln gegen eine Bande, die bundesweit schwere Diebstähle begangen haben soll. Wie beide Behörden mitteilten, wurden fünf mutmaßliche Mitglieder in Berlin festgenommen. Sie sitzen in Dresden in Untersuchungshaft. Den fünf Kosovaren und weiteren noch unbekannten Bandenmitgliedern werden mindestens zwölf Einbrüche zur Last gelegt, darunter drei in Sachsen. Sie sollen unter anderem aus einem Goldankauf in Dresden sowie Unternehmen in Wilsdruff und Burgstädt Wertgegenstände und Bargeld gestohlen haben. Der Gesamtschaden beträgt fast 200.000 Euro.
Arbeitslosenzahl in Sachsen stagniert
Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist in Sachsen bisher ausgeblieben. Die Regionalagentur für Arbeit meldete für März über 150.000 erwerbsfähige Menschen ohne Beschäftigung. Das sind rund 150 weniger als im Vormonat, aber 9.300 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt sachsenweit unverändert sieben Prozent, in den Städten Chemnitz und Leipzig sowie im Kreis Görlitz liegt sie deutlich darüber. Regionalagenturchef Hansen begründete die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt mit anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und Risiken. Für die Zeit bis Ostern hoffe er aber noch auf positive saisonale Effekte. Bundesweit waren im März knapp unter drei Millionen Menschen ohne Arbeit.
Sachsen richtet Landesausreisezetrum ein
Sachsen hat mit dem Aufbau eines Landesausreisezentrums für abgelehnte Asylbewerber begonnen. Wie die Landesdirektion mitteilte, wird dafür eine bestehende Aufnahmeeinrichtung in Dresden genutzt. In der Anfangsphase sollen hier bis zu 30 ausreisepflichtige Personen solange untergebracht werden, bis sie in ihre Heimatländer rückgeführt werden können. Später ist die Unterbringung von bis zu 120 Personen geplant. Das Ausreisezentrum soll am 1. Juni die Arbeit aufnehmen. CDU und SPD hatten das Pilotprojekt im Koalitionsvertrag vereinbart. Damit sollen in erster Linie Erfahrungen gewonnen werden.
Familie mit Axt erschlagen - Lebenslang für 28-Jährigen
Das Landgericht Zwickau hat einen 28-Jährigen wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hat er im Juni des vergangenen Jahres seine Mutter und seine Großeltern mit einer Axt erschlagen. Der Mann hatte nach der Tat die Polizei gerufen und sich gestellt. Die Familie lebte in Tirpersdorf im Vogtland gemeinsam unter einem Dach. Das Gericht vermutet als Motiv, dass sich der Angeklagte eingeengt und versklavt gefühlt hat. Das sei in der Tatnacht aus ihm herausgebrochen.
Sexueller Missbrauch: Langjährige Haftstrafe für Vater
In Chemnitz ist ein Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu zehn-einhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Chemnitz ordnete darüber hinaus eine anschließende Sicherungsverwahrung für den 65-Jährigen an, weil von ihm auch nach der Haft eine Gefahr ausgehen könnte. Der Deutsche hatte ein Geständnis abgelegt. Er hat laut Anklage in mindestens 17 Fällen Kinder schwer sexuell missbraucht. Unter den Opfer waren demnach acht seiner leiblichen Kinder. Das jüngste Opfer war sechs Jahre alt.
Preis der Leipziger Buchmesse vergeben
Die Schriftstellerin Kristine Bilkau hat den Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die 50 Jahre alte Hamburgerin wurde für ihren Roman "Halbinsel" ausgezeichnet, eine Mutter-Tochter-Geschichte. Die Jury lobte das Buch als sensibel gebauten Roman über emotionale Altlasten und über das Geschäft mit dem Klima-Gewissen. In der Kategorie Sachbuch ging der Preis an die in Berlin lebende russische Kulturjournalistin Irina Rastorgueva, einen weiteren Preis gewann der Übersetzer Thomas Weiler. Die Preise der Leipziger Buchmesse sind mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Mehr als 500 Neuerscheinungen und Übersetzungen waren eingereicht worden.
Besucherplus im Schlösserland Sachsen
Fast 2,1 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr Sachsens Schlösser, Burgen und Gärten besucht. Das waren acht Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Geschäftsführer des Schlösserlandes, Christian Striefler, bei der Vorstellung der Jahresbilanz sagte. Am beliebtesten waren demnach Schloss und Park Pillnitz, gefolgt vom Schloss Moritzburg. Sorgen bereiten Striefler die zunehmenden Extremwetterereignisse. Starkregen, Hochwasser und Stürme setzen vor allem den historischen Gärten zu. Allein im Schlosspark Pillnitz und im Großen Garten in Dresden mussten im vergangenen Jahr fast 450 Bäume gefällt werden.