Jemand wirft einen Stimmzettel in eine Wahlurne.
In einigen Thüringer Orten wurden am Sonntag neben dem Bundestag auch Bürgermeister gewählt. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Eibner

Kommunalpolitik Bürgermeister-Wahlen in Thüringen: Wer in den Gemeinden gewonnen hat

24. Februar 2025, 15:11 Uhr

Parallel zur Bundestagswahl wurden in Thüringen am Sonntag in etwa 20 Gemeinden und Ortsteilen die Bürgermeister gewählt. Hier finden Sie die Ergebnisse aus Ihrer Region.

In etwa 20 Thüringer Gemeinden und Ortsteilen wurden am Sonntag parallel zur Bundestagswahl auch die Bürgermeister gewählt. Am Montag wurden nach und nach weitere Ergebnisse bekannt.

Ergebnisse aus Nordthüringen

In Asbach-Sickenberg (Kreis Eichsfeld) bleibt der parteilose Siegfried Dellemann ehrenamtlicher Bürgermeister. Laut Gemeindewahlleiterin Rita Spies wurde er am Sonntag mit 57 von 66 gültigen Stimmen wiedergewählt. Das sind mehr als 86 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 92 Prozent.

In Dingelstädt im Kreis Eichsfeld ist Andreas Fernkorn (CDU) als Bürgermeister wiedergewählt worden. Wie Wahlleiterin Silvana Trappe mitteilte, erhielt Fernkorn 95,5 Prozent der Stimmen. Er war der einzige Kandidat. Die Stimmzettel wurden den Angaben zufolge mit weiteren 150 Namen von Gegenkandidaten versehen, die Vorschläge erhielten aber jeweils nur wenige Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,1 Prozent. Im Gebiet der Landgemeinde gab es 13 Walhllokale. Ende Mai 2019 war Andreas Fernkorn zum Bürgermeister der neuen Landgemeinde gewählt worden.

In der Gemeinde Eichstruth im Kreis Eichsfeld bleibt Nancy Riethmüller (parteilos) ehrenamtliche Ortschaftsbürgermeisterin. Wie die Gemeindewahlleiterin mitteilte, erreichte Riethmüller am Sonntag 92 Prozent der Stimmen. 58 von 63 gültigen Stimmen fielen auf die Amtsinhaberin. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 96 Prozent.

In Kammerforst (Unstrut-Hainich-Kreis) wurde Christian Konkel von der FDP als ehrenamtlicher Bürgermeister wiedergewählt. Konkel erhielt 88 Prozent der Stimmen. Der 45-Jährige ist seit 2019 Bürgermeister. Bei der Wahl trat er als Einzelbewerber an, weil es in Kammerforst keinen FDP-Ortsverband gibt.

In Niederdorla im Unstrut-Hainich-Kreis ist Jana Fett am Sonntag zur neuen Ortschaftsbürgermeisterin gewählt worden. Laut Wahlleiter Thorsten Hartmann erhielt Jana Fett 64 Prozent der Stimmen. Mitbewerber Steffen von den Eicken kam auf rund 36 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 80 Prozent. Die Wahl vom Mai 2024 war von der Kommunalaufsicht wegen Formfehlern für ungültig erklärt worden. Grund war unter anderem eine zu späte Bekanntmachung.

In der Gemeinde Teistungen im Kreis Eichsfeld ist der parteilose Christoph Krukenberg am Sonntag als ehrenamtlicher Bürgermeister wiedergewählt worden. Wie Gemeindewahlleiterin Melanie Schüttel MDR THÜRINGEN sagte, kam er auf mehr als 90 Prozent der abgegebenen Stimmen. Es gab keinen Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung lag bei 74 Prozent, gewählt wuurde in Böseckendorf, Neuendorf und Teistungen.

In der Gemeinde Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es in zwei Wochen eine Stichwahl um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters. Laut Landeswahlleiter erreichten im ersten Durchgang am Sonntag Amtsinhaber Christian Hecht (pl) und Herausforderer Thomas Golebniak (pl) nicht die erforderliche Mehrheit. Hecht kam demnach auf 47 Prozent und Golebniak knapp 49 Prozent der Stimmen - es waren 56 Stimmen Differenz. Der dritte Bewerber Mike Schulz erreichte vier Prozent. Er hatte kurz vor dem Wahltermin seine Kandidatur zurückgezogen. Die Stimmzettel waren bereits gedruckt. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent.

In Volkerode (VG Ershausen/Geismar) im Eisfeld ist Andreas Pudenz (Heimat- und Wanderverein Gobert) erneut zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt worden. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte er als einziger Kandidat 95,2 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,9 Prozent.

Ergebnisse aus Mittelthüringen

In Klettbach im Weimarer Land ist André Köhler neuer ehrenamtlicher Bürgermeister. Er setzte sich mit 63,7 Prozent gegen die bisherige Amtsinhaberin Franziska Hildebrandt (FDP) durch. Sie kam auf 33,8 Prozent. Weil sie erst Mitte Februar mitteilte, dass sie erneut anzutreten will, stand sie nicht auf dem Wahlzettel. Rund ein Drittel der Wähler schrieb ihren Namen auf den Wahlschein. Insgesamt standen 14 Namen auf dem Stimmzettel - darunter auch der Name einer Manga-Figur. Wie Sven Merten von der VG Kranichfeld sagte, hatte ein Spaßvogel "Arturia Pendragon" vorgeschlagen. Die Wahlbeteiligung lag bei 86,8 Prozent.

Ergebnisse aus Ostthüringen

Die Bürgermeisterwahl in Gertewitz im Saale-Orla-Kreis hat Mario Scheffler von der AfD für sich entschieden. Scheffler holte 74 der 115 Stimmen, wie die "Ostthüringer Zeitung" berichtet. Sie beruft sich auf Angaben aus der Verwaltungsgemeinschaft. Scheffler war der einzige Bewerber für das Amt. Die anderen Stimmen seien auf neun andere Personen gefallen, heißt es. Gertewitz ist damit nach Moxa das zweite Dorf im Saale-Orla-Kreis, das einen AfD-Bürgermeister hat. Scheffler war als Beigeordneter bereits seit Wochen kommissarisch als Bürgermeister tätig. Der bisherige Bürgermeister Günter Brüsch hatte sein Amt nach mehr als 20 Jahren im Dezember aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Hirschberg im Saale-Orla-Kreis hat im dritten Anlauf eine neue Bürgermeisterin. Die erste Beigeordnete Patricia Duch kam laut Wahlleiter Alexander Stahlbusch auf 70,4 Prozent. Die 32-Jährige hatte sich freiwillig gemeldet, als die Meldefrist für Bewerber schon abgelaufen war. Sonst hatte sich niemand für das Ehrenamt gemeldet. Insgesamt wurden 67 Personen als neuer Bürgermeister vorgeschlagen. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,5 Prozent. Hirschberg war seit Mai vergangenen Jahres ohne Bürgermeister. Aus den beiden bisherigen Stichwahlen ging der parteilose Ronald Schricker als Sieger hervor. Er lehnte es allerdings ab, die Wahl anzunehmen. Nach seinen Angaben hätte die Entschädigung für das Bürgermeister-Ehrenamt nicht für den Lebensunterhalt gereicht.

In Königsee (Kreis Saalfeld-Rudolstadt) hat Bürgermeister Marco Waschkowski sein Amt verteidigt. Wie Wahlleiterin Annegret Finger sagte, erhielt der Parteilose 93,9 Prozent der Stimmen. Waschkowski war der einzige Kandidat. Die Stimmzettel wurden den Angaben zufolge mit weiteren 104 Namen von Gegenkandidaten versehen, die Vorschläge erhielten aber jeweils nur wenige Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,9 Prozent. Waschkowski ist seit 2019 Bürgermeister der Stadt Königsee und der 24 umliegenden Dörfer mit insgesamt 7.225 Einwohnern.

In Reichenbach im Saale-Holzland-Kreis ist Marko Münch (Freie Wählergemeinschaft) neuer Bürgermeister. Er holte am Sonntag als einziger Kandidat mit 573 Stimmen insgesamt 88,6 Prozent der Stimmen. Das teilte das Wahlbüro der Stadt Hermsdorf mit. Als 1. Beigeordneter war Münch seit Jahresbeginn bereits kommissarisch als Reichenbacher Bürgermeister aktiv. Der bisherige Amtsinhaber Ralf Steingrüber hatte im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen seine Ämter abgegeben.

In Reichstädt (Landkreis Greiz) bleibt Henryk Mäder Bürgermeister. Wie die Wahlleiterin mitteilte, bekam der 55-Jährige 93,8 Prozent der Stimmen. Mäder war der einzige Bewerber. Mäders sechsjährige Amtszeit endet regulär im Mai, sie kann nun ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Die Wahlbeteiligung in Reichstädt lag bei 90,5 Prozent. Das Amt des Bürgermeisters wird ehrenamtlich ausgeübt. Die Gemeinde mit den beiden Ortsteilen Reichstädt und Frankenau gehört zur Verwaltungsgemeinschaft "Am Brahmetal" im Landkreis Greiz.

Ergebnisse aus Südthüringen

In Belrieth (Kreis Schmalkalden-Meiningen) ist Christine Sczepurek neue Bürgermeisterin. Sie wurde nach vorläufigem Ergebnis mit 77,4 Prozent gewählt. Sie war laut Wahlleitung die einzige Bewerberin, die für den ehrenamtlichen Posten auf dem Stimmzettel stand. Die Wahlbeteiligung lag bei 84,3 Prozent. In Utendorf wurde der bisherige Amtsinhaber Martin Thiel mit 94,8 Prozent wieder gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,8 Prozent. Beide Gemeinden gehören zur Verwaltungsgemeinschaft "Dolmar-Salzbrücke".

In Brotterode-Trusetal (Kreis Schmalkalden-Meiningen) bleibt Kay Goßmann hauptamtlicher Bürgermeister. Wie Wahlleiter Thomas Henkel mitteilte, wurde der Parteilose mit 76,9 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Gegenkandidat Henri Endter (Freie Wähler) erhielt 22,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,1 Prozent. 2019 wurde Goßmann mit 78,4 Prozent ins Amt gewählt.

Manuela Bauchspieß ist neue Bürgermeisterin in der Gemeinde Kloster Veßra im Kreis Hildburghausen. Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt Bauchspieß (Feuerwehr-Verein Neuhof) auf 52,9 Prozent der Stimmen. Sie setzte sich damit gegen Rüdiger Waack (Freiwillige Feuerwehr Kloster Veßra) durch, der auf 47,1 Prozent der Stimmen kam.

In Rippershausen (Kreis Schmalkalden-Meiningen) ist Heidi Rapp zur neuen ehrenamtlichen Bürgermeisterin gewählt worden. Wie Wahlleiter Andreas Werner mitteilte, erhielt die 54-jährige Einzelbewerberin 61,3 Prozent der Stimmen. Ihr Gegenkandidat Elmar Sommer, ebenfalls Einzelbewerber, erreichte 38,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 85,9 Prozent. Der bisherige Bürgermeister Frank Bandemer (LSV Rhönpforte), der 2019 mit 61,6 Prozent der Stimmen ins Amt gewählt wurde, stand nicht mehr zur Wahl. Zu Rippershausen gehören auch die Ortsteile Solz und Melkers. Insgesamt gab es den Angaben nach genau 666 Wahlberechtigte. Erfüllende Gemeinde für Rippershausen ist die Stadt Meiningen.

In Römhild (Kreis Hildburghausen) hat Bürgermeister Heiko Bartholomäus (CDU) sein Amt verteidigt. Laut vorläufigem Endergebnis erhielt er 50,3 Prozent der Stimmen. Rico Frank (Freie Wähler) kam auf 36,1 Prozent. Einzelkandidat René Simon erreichte 13,6 Prozent. 2019 hatte Bartholomäus mit 53 Prozent im ersten Wahlgang gewonnen. In Römhild gab es knapp 5.900 Wahlberechtigte.

In Steinbach-Hallenberg (Kreis Schmalkalden-Meiningen) ist Markus Böttcher von der Wählergemeinschaft Pro 8 als Bürgermeister wiedergewählt worden. Laut vorläufigem Endergebnis erreichte der Amtsinhaber, der dieses Mal nicht als Einzelkandidat antrat, 54,5 Prozent der Stimmen. Monique Avemarg von der Wählergemeinschaft Haselgrund (WGH) kam auf 28,3 Prozent. Achim Hofmann von der CDU erhielt 17,2 Prozent der Stimmen. In der Stadt Steinbach-Hallenberg gibt es insgesamt zehn Stimmbezirke.

In Utendorf (Kreis Schmalkalden-Meiningen) wurde der bisherige Amtsinhaber Martin Thiel mit 94,8 Prozent im Amt bestätigt.

MDR (co/jhi/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Februar 2025 | 07:30 Uhr

2 Kommentare

Thomas Becker vor 4 Wochen

Sehr treffende Analyse. Ich würde ergänzen, es kommt immer mehr auf Köpfe an, weniger auf Programme. Bei der AfD gibt es ja nicht einmal eins, es ist nur eine in Teilen sogar unzutreffende Zustandsbeschreibung Deutschlands mit wenigen Absichtserklärungen und ohne fachlich/mathematische Umsetzbarkeit. Das merkt der (setzen Sie ein Attribut ein) Wähler nicht, natürlich aber jeder, der die "Pläne" an- und durchschaut. Das muss er nämlich, wenn er dem Quark zur Umsetzung verhelfen will. Frau Weidel hat sich in den Wahlarenen deshalb derart in Widersprüchen verfangen, dass sie einem fast schon zum Fremdschämen leid tat. Aber sie weiß natürlich, so wie der Rest der Bande an der Parteispitze auch, der rechnen kann, dass das alles nicht fundiert ist, sondern purer Populismus zum Stimmenfang.

der Steuerzahler vor 4 Wochen

Da fragt sich doch der geneigte Beobachter, wo denn im Lokalbereich die selbsternannte Volkspartei im Osten bleibt.

Entweder fehlt das Interesse, geeignetes Personal oder beides. Aber klar, die Mühen der Ebene sind in der Realpolitik, wo es viel Einsatz erfordert und fast nichts zu gewinnen gibt, sehr viel schwieriger zu bezwingen als sich mit Protestwahlen gegen "die da oben" in irgendwelche Parlamente spülen zu lassen. Dort kann man sich auch schön auf den hinteren Plätzen verstecken.

In Halle (Saale) hat es der Kandidat der sogenannten Alternative nicht mal bis zur Wahl geschafft, weil er lieber für den Bundestag kandidiert hat. Alternativen Fehlanzeige.

Vielleicht mag der ein oder andere ja mal darüber nachdenken, warum das eigentlich so ist. Allein mir fehlt der Glaube, dass man die Büchse der Pandora nochmal zu bekommt.

Schade und peinlich für Mitteldeutschland. Respekt an die, die sich zur Wahl gestellt haben!

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