Ständig gesperrt Heidkopftunnel nervt Pendler und Anwohner

10.03.2017, 16:01 Uhr

09. März 2017, 16:01 Uhr

Autofahrer benötigten auf der A38 an der Grenze zu Niedersachsen wieder starke Nerven. Wegen Problemen bei der Stromversorgung war der Heidkopftunnel dicht. Nicht zum ersten Mal. Anwohner und Pendler sind zunehmend genervt.

Die häufigen Sperrungen des Heidkopftunnels in Nordthüringen nerven zunehmend Anwohner und Berufspendler. Allein im letzten Jahr war der Tunnel 46 Mal gesperrt - oftmals wegen technischer Probleme mit der Stromversorgung. Am frühen Mittwochmorgen musste der Heidkopftunnel wegen Problemen mit der Notstromversorgung erneut komplett gesperrt werden. Am Donnerstagnachmittag wurde er - einige Stunden früher als ursprünglich geplant - wieder freigegeben. Tonnenschwere Akkus mussten mit der Betriebsanlage verbunden werden. Auf den Umleitungsstrecken über die B27 bis zur B80 hinter Arenshausen gab es erneut kilometerlange Staus. Die Anwohner klagten über hohes Verkehrsaufkommen, Lärm und Abgasbelästigung, so zum Beispiel in Hohengandern an der B80.

"Zustände unzumutbar"

Im besonders betroffenen Eichsfeldkreis herrscht großer Unmut über die fortwährenden Tunnelsperrungen. Der für Verkehr zuständige Vize-Landrat Gerald Schneider sagte MDR THÜRINGEN, die Zustände seien unzumutbar, viele Bürger seien verärgert. Sie hätten kein Verständnis mehr für die Staus und Umleitungen durch ihre Dörfer.

Der Landkreis strebe ein Krisengespräch mit den Verantwortlichen und Zuständigen an. Dazu gehören die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Straßenmeisterei Gandersheim und die Firma Osmo aus Niedersachsen.

Das Thüringer Verkehrsministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Wie das Ministerium MDR THÜRINGEN auf Anfrage mitteilte, ist für den Heidkopftunnel die niedersächsische Autobahnverwaltung zuständig. Nach deren Angaben war der Tunnel in den vergangenen drei Jahren insgesamt 102 Mal gesperrt (gesamter Tunnel oder einzelne Röhre), davon zwölf Mal wegen technischer Ausfälle. Der Großteil der Sperrungen entfiel auf Liegenbleiber, Gegenstände auf der Fahrbahn, Unfälle im Tunnel oder routinemäßige Wartungsarbeiten.

Wirtschaftlicher Schaden schwer kalkulierbar

Die zahlreichen Sperrungen des Straßentunnels haben laut Industrie- und Handelskammer Erfurt bisher zu keinen Beschwerden seitens der Wirtschaft geführt. Nach Auffassung der IHK haben Umleitungen und Staus immer auch negative volkswirtschaftliche Konsequenzen. Über konkrete finanzielle Einbußen betroffener Firmen sei jedoch nichts bekannt, teilte die IHK MDR THÜRINGEN auf Anfrage mit.

Der Heidkopftunnel wurde im Dezember 2006 für den Verkehr freigegeben. Er ist rund 1,7 Kilometer lang, Teil der Südharzautobahn A38 und verbindet Niedersachsen und Thüringen. Die Baukosten lagen bei rund 63 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. März 2017 | 11:33 Uhr

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