Fußball | Regionalliga FC Eilenburg: Klassenerhalt-Party im "perfekten Rahmen“
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33. Spieltag
12. Mai 2024, 14:54 Uhr
Der FC Eilenburg spielt auch in der kommenden Saison in der Regionallia Nordost. Der Aufsteiger machte den Klassenerhalt mit einem Heimsieg gegen den Chemnitzer FC klar.
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Die Korken knallen beim FC Eilenburg: Die Nordsachsen haben am Sonntag (12. Mai 2024) ihren zweiten Matchball verwandelt und mischen nach dem 3:2-Sieg gegen den Chemnitzer FC auch in der kommenden Saison in der attraktiven Regionalliga Nordost mit. Vor 605 Zuschauern machte der FCE damit im letzten Heimspiel alles klar.
Alle Tore fielen nach Standards
Held des Tages war Innenverteidiger Quentin Seidel, der einen Doppelpack schnürte und jeweils nach Ecken traf. Den dritten Eilenburger Treffer steuerte Philipp Sauer bei, der vom Elfmeterpunkt zum 3:2 traf. Der CFC war durch Stanley Kellers Flachschuss zunächst in Führung gegangen und hatte später zum 2:2 (Leon Damer) ausgeglichen. Ein erneuter Ausgleich gelang den Himmelblauen aber nicht.
Ein Punkt fehlte den Eilenburgern vor dem Spiel noch zum sicheren Klassenerhalt, dass am Ende drei heraussprangen, freute FCE-Sportchef Stephan Hofmann besonders: "Was das gesamte Team in dieser Saison geleistet hat, ist angesichts unserer Voraussetzungen schon ein kleines Fußballwunder. Es ist überragend, dass wir den Klassenerhalt zu Hause und aus eigener Kraft klargemacht haben."
Zwei Neue in jedem Team
Beide Mannschaften begannen mit zwei Wechseln in der Startelf: Beim FCE rotierten Alexander Vogel und Ibrahim Aldawoud nach dem 0:2 gegen den ZFC Meuselwitz auf die Bank, Patrick Aquilar und Benjamin Luis standen dafür in der Startelf. Beim CFC begannen im Vergleich zur Niederlage bei Viktoria Berlin Stanley Keller und Jan Koch für Tobias Müller (Gelbsperre) und den angeschlagenen Niclas Walther.
Drei Tore nach Ecken
Ecke - Tor(e) - so könnte man die erste Halbzeit kurz und knapp zusammenfassen. Die Chemnitzer nutzten die zweite Ecke zur Führung, weil Benjamin Luis den Ball in die Mitte klärte, kam Stanley Keller aus 17 Metern zum Schuss und traf links neben den Pfosten: 0:1 (14.). Die "Himmelblauen" waren in der Anfangsphase tonangebend, Eilenburg brauchte etwas Anlauf, hatte dann aber mit Quentin Seidel einen eiskalten Vollstrecker. Der Innenverteidiger stocherte nach einer Ecke von Arne Rühlemann aus dem Gewühl zum 1:1 (37.) ein. Kurz danach das selbe Spiel: Ecke Rühlemann, Tor Seidel. 2:1 und grenzenloser Jubel.
Verdiente Pausenführung für Eilenburg
Eilenburg nutzte die Schwächen der Chemnitzer bei ruhenden Bällen eiskalt. Torhüter David Wunsch zeigte, dass er auf der Linie ein guter ist, offenbarte aber große Schwächen in der Strafraum-Beherrschung und klebte bei beiden Toren und diversen Freistößen auf der Linie.
Eilenburg führte zur Pause verdient, weil die Gäste nach gut 20 Minuten das Fußballspielen einstellten und den Gastgebern die Hoheit überließen.
CFC gleicht per Elfmeter aus
Nach dem Wechsel wähnte sich der FCE im sicheren Hafen. Ein Trugschluss. Als der CFC sich locker durchs Mittelfeld spielen dufte, kam Patrick Aquilar einen Schritt zu spät. Den Elfmeter verwandelte Leon Damer sicher. Nach dem 2:2 zog sich der FCE noch tiefer zurück, machte die Räume eng und ließ kaum Chancen zu. Chemnitz kam nur gefährlich zum Zug, wenn Damer seine Füße im Spiel hatte. Seine Eingabe in der 72. Minute kam brandgefährlich vor das Tor, Keller flog aber am Ball vorbei.
Eilenburg hatte offensiv nur noch wenig zu bieten, kam aber noch einmal entscheidend vor den Kasten. Lennert Möbius legte sich den Ball an Robert Zickert vorbei, der foulte auf Kosten eines Elfmeters. Philipp Sauer, der eine schwierige Saison hinter sich hat, übernahm Verantwortung und traf cool in die Mitte. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Chancen für weitere Treffer. Während der FCE nach dem Abpfiff den Klassenerhalt wild feierte, liefen die Chemnitzer betröppelt zu den mitgereisten 250 Fans.
Ausblick
Die Eilenburger fahren zum Saisonfinale am kommenden Sonntag nach Jena und von den Kernberger direkt nach Berlin, wo der Flieger Richtung Ballermann abhebt. Die Chemnitzer beschließen eine turbulente Saison mit Höhen und Tiefen mit einem Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt.
Trainerstimmen
Christian Tiffert (Chemnitzer FC): "Glückwunsch zum verdienten Klassenerhalt an Eilenburg. Es ist eine leidenschaftliche, mutige Mannschaft. Der FC Eilenburg hat heute alles investiert. Ab Minute 15 konnte meine Mannschaft da nicht mehr dagegenhalten. Insgesamt ist unsere Spielanlage ordentlich, aber zum Fußball gehört auch Kampf dazu, da gehört Nachlaufen dazu, da gehört Standards verteidigen dazu. Das sind Sachen, die mich ärgern. Wir haben 1,93 m Hünen im Tor, da müssen die Gegner wegfliegen, das ist leider nicht passiert. Es ärgert mich so ein Spiel zu verlieren. Wir wollten Eilenburg nicht einen Punkt schenken."
Sascha Prüfer (FC Eilenburg): "Wir wussten, dass es schwer wird. Wir haben aber in wichtigen Momenten die Ruhe bewahrt und waren in vielen wichtigen Spielen immer da. Ich bin stolz, dass wir es aus eigener Kraft geschafft haben. Diese Aufgabe gegen so einen Gegner so zu bestehen, macht mich stolz. Das Spiel nach dem Rückstand zur Halbzeit zu drehen, war stark. Ich denke mal, dass wir das noch feiern werden..."
Sanny Stephan
Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 12. Mai 2024 | 19:30 Uhr
Solnaexpress vor 46 Wochen
Die Frage stand sicher auch im Raum, ob man nächste Saison nach Rostock, zum BAK oder nach Ileburg fährt.
Ein Punkt wäre auch nicht schlecht gewesen. Wenn man Spieler für die nächste Saison verpflichten will, klingt Platz 8 besser als Platz 11. Da müssen 3 gg. Erfurt her. Allerdings heißt es, sich straffen!!!
Der alleswissende Besserwisser vor 46 Wochen
Gratulation an Eilenburg!
Tolle Truppe. Respekt, was da für Arbeit geleistet wird. Mit Amateuren und kleinstem Geldbeutel. Super.
Wenn man bedenkt, wie der FCE teilweise benachteiligt wurde, (siehe Spiel in Leutzsch), freut es mich, dass die Eilenburger den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft haben!!!
Rockson da Silva vor 46 Wochen
Peinlich !! Natürlich kann man gegen Eilenburg und Meuselwitz verlieren man muß es aber nicht. Allmählich geht mir die Spielweise von Tiffert auf den Sack. Den ständigen Respekt vorm Gegner in den Pressekonferenzen macht den Spielern wohl weiche Beine. Umso schlimmer wenn in erster Linie Spieler auflaufen die nächste Saison auch spielen sollen. Da sag ich mal gute Nacht und kein Bett. Vielleicht hätte man Tiffert nur einen 1 Jahresvertrag geben sollen und dafür Davis Smith noch eine Chance ? Ich hoffe Löwe macht seinen Job besser als der Trainer. Ob wir gegen Erfurt gewinnen sehe ich noch sehr skeptisch.