Invasive ArtenSchlangen und andere Exoten reisen mit Zierpflanzen nach Europa

17. Januar 2025, 16:42 Uhr

Auf Zierpflanzen nach Europa reisende Schlangen und andere Reptilien, aber auch krankheitsübertragende Insekten oder Pilze stellen nach einer englischen Studie eine zunehmende Gefahr dar. Die schiere Menge der weltweit gehandelten Pflanzen macht eine Überwachung schwierig und die Klimaerwärmung sorgt für bessere Überlebenschancen der Eindringlinge.

Kontinentaleuropäische Schlangen, Geckos und italienische Mauereidechsen gelangen unentdeckt mit importierten Zierolivenbäumen nach Nordeuropa. Laut einer Studie der Universität Cambridge in Großbritannien sind solche "per Anhalter" reisenden Eindringlinge nur die Spitze des Eisbergs. Auch zahlreiche Insekten, Pilze, Reptilien, Spinnen und landwirtschaftliche Schädlinge werden den britischen Forschern zufolge mit Zierpflanzen um die halbe Welt transportiert.

Wachsendes Risiko durch steigenden Handel

Alte Olivenbäume zum Verkauf in einem britischen Gartencenter.
Alte Olivenbäume zum Verkauf in einem britischen Gartencenter. Bildrechte: Silviu Petrovan

Nach der in der Fachzeitschrift Bioscience veröffentlichten Studie stellen importierte Schnittblumen und Topfpflanzen trotz geltender Vorschriften und Grenzkontrollen ein wachsendes Risiko dar. Grund sei das schiere Handelsvolumen, das eine Überwachung und Kontrolle erschwere. Der milliardenschwere Weltmarkt für Zierpflanzen wachse schnell und dehne sich geografisch aus. Verbesserte Standards seien dringend erforderlich. Die Studienautoren warnten zudem, dass krankheitsübertragende Insekten wie Mücken, die vor Jahrzehnten in Nordeuropa noch an der Kälte zugrunde gegangen wären, wegen der Klimaerwärmung nun überleben könnten. Auch einige Zierpflanzen könnten so zu invasiven Arten werden.

Latino-Laubfrosch reist per Rose nach England

Die Studienautoren führten als Beispiel unter anderem die bisher schlangenfreie Mittelmeer-Insel Mallorca an, wo invasive Arten heutzutage großen Schaden anrichten würden. Nach Angaben von Studien-Hauptautor Silviu Petrovan macht es die schiere Menge der weltweit gehandelten Schnittblumen und Zierpflanzen extrem schwierig, alle Schädlinge und Krankheiten, abzufangen. Petrovan selbst stieß in einem Blumengeschäft im englischen Sheffield auf einen Laubfrosch, der mit Schnittrosen aus Kolumbien über Ecuador gekommen sein musste. Wie schwer würde es dann erst sein, kleine Schädlinge oder Eier zu entdecken, fragte sich der Zoologe.

Links/Studien

(dn)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | 27. Dezember 2024 | 11:39 Uhr

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