Eine Frau greift in ein Insektenhotel
Im Frühling kümmert sich Gärtnerin Brigitte Goss um die Nisthilfen für verschiedene Wildbienen. Bildrechte: MDR Garten/Daniela Dufft

Naturgarten Insektenhotel: Nisthilfen für Wildbienen erneuern

10. März 2022, 07:59 Uhr

Mit den Jahren altern die Brutröhren in Insektenhotels. Sie werden brüchig, feucht oder es bilden sich schädliche Pilze. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, wie Insektenhotels renoviert werden, ohne den Bewohner zu schaden.

Eine Frau mit grüner Schürze steht in einem Garten vor einem Pfirsichbaum mit Früchten.
Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Die Entwicklung der Wildbienen

In Niströhren warten im Frühjahr die erwachsenen Wildbienen auf ihren Start ins Leben. Sie wurden im vergangenen Frühjahr und Sommer als Eier in die Röhren gelegt. In verschlossenen, hintereinander angeordneten Kammern wuchsen sie mit Pollenproviant bis zum Herbst heran. Den Winter haben sie verschlafen. Ab März erwachen nach und nach die unterschiedlichen Arten und beginnen den Lebenszyklus von neuem. Je nach Wildbienenart legen sie ihre Brut bis in den Spätsommer an. Von außen lässt sich nicht feststellen, um welche Wildbienenart es sich handelt.

Insektenhotels 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Brutröhren werden unterschiedlich genutzt

Viele Bienenarten reinigen die Brutröhren selbst, bevor dort wieder eine neue Generation heranwachsen kann. Andere Arten schieben das alte Nistmaterial nach hinten. So werden die Röhren für die Anlage der Brut mit den Jahren immer kürzer. Eine weitere Gruppe der Wildbienen nutzen nur die neuen und unbenutzten Röhren für ihre Brut und meiden "Altbauten".

Alte Nisthilfen zwischenlagern

Nisthilfen, die älter als vier bis fünf Jahre, unbrauchbar, verschimmelt oder vermodert sind, sollten ausgemustert werden. Sie werden nicht einfach entsorgt, sondern solange gelagert bis alle Wildbienenarten geschlüpft sind. Außerdem sollte in die Nisthilfe keine neue Brut mehr gelegt werden können.

Hölzer und Dosen aus einem Insektenhotel in einem Schuhkarton
Die ausgemusterten Brutröhren und Nisthilfen werden in einen Karton gelegt. So können alle Arten in Ruhe schlüpfen. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Dazu legt man die alten Niströhren ab Februar vor dem Ausfliegen der Tiere in einen lichtundurchlässigen Karton. Nur eine runde Öffnung von etwa einem Zentimeter Durchmesser ermöglicht das "Entkommen" der Bienen. In der Regel werden die Bienen nicht wieder zu der alten Nisthilfe im Karton zurückfinden. Sie suchen sich neue Kinderstuben. Am besten lagert man den Karton an einem trockenen, von der Sonne geschützten Platz im Freien. Am Ende des Sommers kann man dann davon ausgehen, dass sich in der Nisthilfe keine lebende Brut von Wildbienen mehr befindet. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, befestigt eine Gardine locker vor dem "Ausstieg".

Loch in einem Schuhkarton
Ein etwa ein Zentimeter großes Loch im Karton ermöglicht den geschlüpften Bienen den Weg in die Welt. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Brutröhren für Wildbienen ersetzen

Die entfernten Brutröhren werden durch frisches Material ersetzt. Damit dies nicht zu aufwändig ist, sollte man am besten schon beim Bau eines Insektenhotels an die regelmäßige Erneuerung denken. Praktisch ist ein Insektenhotel aus Modulen, die entfernt oder ergänzt werden können.

Hohle Stängel in einer Buchse
Neue Röhren stehen für die Brut bereit. Bildrechte: MDR / Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. November 2021 | 08:30 Uhr

Wildbienen im Garten fördern