
Verein Deutsche Sprache Bundesbildungsministerin zur "Sprachpanscherin" gekürt
Hauptinhalt
26. August 2023, 22:01 Uhr
Der Verein Deutsche Sprache hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zur "Sprachpanscherin" des Jahres gewählt – weil sie Englisch als Verwaltungssprache einführen will.
Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zur "Sprachpanscherin 2023" gewählt. Die FDP-Politikerin erhalte den Negativpreis, weil sie in deutschen Behörden Englisch als Verwaltungssprache einführen wolle, sagte VDS-Vorsitzender Walter Krämer. Er kritisierte das als teures und bürokratisches Projekt, das die "Stellung der deutschen Sprache entwertet".
Die FDP wolle mit dem Vorstoß ausländischen Fachkräften den Behördengang erleichtern, hieß es. Aus Sicht des Sprachvereins wird so jedoch Integration verhindert, denn Arbeitskräften aus dem Ausland werde signalisiert: "Ihr müsst gar kein Deutsch lernen."
Silber für Alleingang beim Gendern
Auf Platz zwei wurde die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) gewählt. Nach deren Vorstellung sollen Lehrer während des Unterrichts eine vermeintlich "gendergerechte" Sprache verwenden. Hamburg ignoriere damit, dass sie "gegen Rechtschreibregeln verstößt und den Schülern eine Sprachform zumutet, die von der Bevölkerung deutlich abgelehnt wird".
Auf weitere Plätze kamen eine Personalberatung aus Köln und der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, Martin Eberle, weil sie zu viel Englisch verwenden. Auch die Imbisskette McDonald's wurde gerügt für 'Denglisch'-Konstruktionen wie "Spice, wie du ihn likest".
Der Negativpreis "Sprachpanscher des Jahres" wird seit 1997 verliehen. Der Verein vergibt ihn an Personen oder Institutionen, um auf deren "besondere sprachliche Fehlleistungen" aufmerksam zu machen.
Anmerkung der Redaktion:
Der Verein Deutsche Sprache e.V. ist wegen seines "missionarischen Kampfs" für eine angebliche Reinheit der deutschen Sprache unter Sprachwissenschaftlern
umstritten. Er zeichnet jedes Jahr Institutionen oder Personen mit dem Negativ-Preis ‘Sprachpanscher‘ aus, die aus seiner Sicht besonders schlampig und missachtend mit der deutschen Sprache umgegangen sind. 2022 kam die Berliner Juristin Ulrike Lembke auf Platz eins für ein Gutachten zum Gendern.
Quelle: KNA
epd,KNA (ans)
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 26. August 2023 | 15:30 Uhr