Bundeswehr Pistorius: Aussetzen der Wehrpflicht war ein Fehler

15. Februar 2024, 15:04 Uhr

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius findet, dass das Aussetzen der Wehrpflicht ein Fehler war. Eine allgemeine Dienstpflicht findet er sinnvoll. SPD, FDP und Grüne hingegen äußerten Skepsis gegenüber einer allgemeinen Wehr- und Dienstpflicht.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat das Aussetzen der Wehrpflicht als Fehler bezeichnet. Der SPD-Politiker sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es fehle die Verankerung der Bundeswehr in der breiten Gesellschaft. Vielen sei nicht mehr klar, warum Soldatinnen und Soldaten unser Land und damit uns alle schützen.

Laut Pistorius ist das heute nicht mehr so. Der Verteidigungsminister zeigte sich offen für eine allgemeine Dienstpflicht. "Ich persönlich glaube, dass sie sinnvoll sein könnte", sagte Pistorius dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Voraussetzung sei jedoch eine Debatte in der Gesellschaft und in der Politik.

Debatte um sozialen Pflichtdienst

Die Wehrpflicht oder eine allgemeine Dienstpflicht können einen Beitrag zur Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft leisten, sagte Pistorius. Der Staat sei nicht "irgendein abstraktes Gebilde", sondern forme einen Rahmen für die Gesellschaft, für die jeder und jede eine Verantwortung trage.

In Pistorius' Ministerium erarbeitete zuletzt eine "Task Force" Vorschläge, um dem Personal- und Nachwuchsmangel bei der Truppe entgegenzuwirken. Mehr als 60 Maßnahmen sollen erdacht worden sein, die im Dezember aber nur zum Teil veröffentlicht wurden.

Unterstützung für Wehr- und Dienstpflicht gibt es derzeit vor allem in der Opposition. CDU und CSU sprachen sich offen dafür aus. Bei der AfD steht die Wiedereinführung der Wehrpflicht im Grundsatzprogramm. SPD, FDP und Grüne äußerten hingegen Skepsis.

Auch die Debatte um einen sozialen Pflichtdienst kam zuletzt immer wieder auf. Im Koalitionsvertrag der Ampel ist ein Pflichtdienst jedoch nicht vorgesehen.

epd/MDR (jst)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 14. Februar 2024 | 07:08 Uhr

Mehr aus Politik

NIedersachsens Ministerpräsident, der SPD-Politiker Stephan Weil, erklärt bei einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 01.04.2025 | 17:20 Uhr

Er ist 66 Jahre alt und "merke das auch": Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil gibt "persönliche Motive" als Rücktrittsgrund an. Ihm nachfolgen soll Olaf Lies.

MDR FERNSEHEN Di 01.04.2025 15:11Uhr 01:02 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Deutschland

Nachrichten

Rico Chmelik, ein Mann mittleren Alters, blickt in die Kamera. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min 02.04.2025 | 18:23 Uhr

Die USA haben neue Zölle für die Automobilbranche angeküdigt. Wie groß wird der Schaden? Wir können Unternehmen sich auf die Situation einstellen? Rico Chmelik vom Verband Automotive Thüringen im Gespräch.

MDR FERNSEHEN Mi 02.04.2025 16:10Uhr 01:15 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video