Bauarbeiter gießen Beton auf einer Großbaustelle
Gerade im Bausektor kriselt es in Sachsen. In diesem Wirtschaftsbereich wurden im vergangenen Jahr besonders vielen Firmeninsolvenzen gezählt. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Wirtschaftsflaute Mehr Firmenpleiten in Sachsen: Baugewerbe und Autohandel trifft es hart

24. März 2025, 11:48 Uhr

Im vergangenen Jahr haben in Sachsen mehr Firmen Insolvenz anmelden müssen als noch im Jahr davor. Manche Wirtschaftsbereiche sind stärker betroffen als andere. Dabei gibt es mit Blick auf die letzten Jahre keinen kontinuierlichen Anstieg.

In Sachsen gab es im vergangenen Jahr die meisten Firmeninsolvenzen im Bereich Autohandel- und reparatur sowie im Baugewerbe. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stammte jedes dritte insolvente Unternehmen 2024 aus diesen Bereichen.

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Über 100 Firmenpleiten mehr

Im vergangenen Jahr ist die Gesamtzahl der Unternehmenspleiten in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Laut Statistischem Landesamt meldeten 867 Unternehmen Insolvenz an. Das waren über 100 mehr als im Jahr zuvor.

Besonders betroffen waren laut Angaben der Handel, der Verkehr und das Gastgewerbe. Niedriger fiel demnach der Anstieg der Firmeninsolvenzen im verarbeitendem Gewerbe mit 95 Verfahren aus. Das seien zwölf mehr als im Jahr 2023.

Zahl der Firmeninsolvenzen schwankend

Die Zahl der Firmeninsolvenzen der vergangenen Jahre ist schwankend. Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden im Jahr 2022 mehr als 860 Insolvenzverfahren beantragt - vergleichbar mit dem vergangenen Jahr. Im Jahr 2023 habe die Zahl der Insolvenzen hingegen bei knapp 750 gelegen.

Anstieg der Privatinsolvenzen

Auch bei den Privatinsolvenzen hat es den Angaben zufolge einen Anstieg gegeben. Demnach wurden mehr als 3.100 Verfahren gemeldet. Das seien mehr als 180 mehr gegenüber dem Vorjahr.

Nachholeffekte aus der Zeit der Corona-Pandemie

Die Industrie- und Handelskammer Leipzig sieht die Ursachen vor allem in hohen Arbeits- und Energiekosten und in fehlender Planungssicherheit. Zudem gebe es Nachholeffekte aus der Zeit der Corona-Pandemie. Damals seien durch staatliche Hilfen viele Insolvenzen abgewendet worden, sagte Hauptgeschäftsführer Fabian Magerl.

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IHK Sachsen: Mit weiteren Insolvenzen zu rechnen

Eine Besserung erwartet die IHK im laufenden Jahr nicht, erklärte Magerl. "Sowohl die sächsische als auch die deutsche Wirtschaft insgesamt treten in das dritte Rezessionsjahr in Folge ein", sagte er. In Sachsen sei mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen zu rechnen, sollten sich die negativen Entwicklungen fortsetzen.

MDR (phb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 16. März 2025 | 08:00 Uhr

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