![Deutschlandflaggen neben der Logo der AfD, davor der Schatten einer Person. | Bildrechte: IMAGO/dts Nachrichtenagentur Deutschlandflaggen neben der Logo der AfD, davor der Schatten einer Person.](https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/afd-deutschland-flaggen-bundesparteitag-riesa-102-resimage_v-variantBig1xN_w-1216.jpg?version=26609)
Wirtschaft Nach Großspende an AfD: Böttcher AG aus Jena trennt sich von Aufsichtsrat
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30. Januar 2025, 11:13 Uhr
Eine Großspende aus Thüringen hat der Bundesverband der AfD vor wenigen Tagen dem Bundestag angezeigt. Nun trennt sich die Böttcher AG aus Jena von einem Aufsichtsrat - und fordert von Spender Horst Jan Winter Geld zurück. Der distanzierte sich am Mittwochabend von Extremismus.
Nach der Großspende von knapp einer Million Euro an die AfD hat sich der Jenaer Bürogroßhändler Udo Böttcher von Aufsichtsrat Horst Jan Winter getrennt. Winter sei mit sofortiger Wirkung abberufen worden, heißt es in einer Erklärung Böttchers vom Mittwoch. Zudem forderte der Unternehmer von Winter Geld zurück, das er ihm geschenkt habe. Er schloss auch eine Klage nicht aus.
Böttcher widersprach Spekulationen, dass die Parteispende in Höhe von fast einer Million Euro von der Böttcher AG und von ihm selbst stamme. Das Geld sei vom Aufsichtsrat der Böttcher AG, Horst Jan Winter, gespendet worden - ohne Rücksprache mit dem Unternehmen.
Aufsichtsrat mit Millionenbeitrag unterstützt
Finanziell sei Winter zu dieser Spende in der Lage gewesen, weil Böttcher selbst ihn "in erheblichem Maße" unterstützt habe. Die Rede ist von zwei Millionen Euro, die Böttcher Winter "aus Loyalitätsgründen" geschenkt haben will. Anlass war offenbar eine schwere Erkrankung Winters und mögliche Therapien in den USA.
Er habe nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass Winter mit dem Geld eine solche Parteispende bestreiten würde, teilte Unternehmenschef Böttcher mit. Allerdings habe er Winter auch keinerlei Vorgaben zur Verwendung des Geldes gemacht.
"Als Mensch Horst Jan Winter" gespendet
Winter selbst erklärte in einem Statement, das sein Anwalt verbreitete, dass er die Spende nicht in seiner Funktion als Aufsichtsrat der Böttcher AG geleistet habe, "sondern als Mensch Horst Jan Winter". Er bedaure, Böttcher nicht darüber in Kenntnis gesetzt zu haben.
Er distanziere sich von Extremismus und habe die AfD angewiesen, nichts von dem Geld an gesichert rechtsextrem eingestufte Landesverbände weiterzuleiten. Dabei nannte er die Verbände in Sachsen und Thüringen. Ob er die knapp eine Million Euro aus der Schenkung Böttchers oder aus eigenen Mitteln bestritt, ließ Winter offen. Auch auf die Frage nach einer möglichen Rückzahlung ging er in dem Statement nicht ein.
Eine Million Euro an AfD gespendet
Jan Horst Winter hatte am Donnerstag vergangener Woche 999.990 Euro an die AfD überwiesen. Die Partei, deren Thüringer Landesverband als erwiesen rechtsextremistisch vom Verfassungsschutz beobachtet wird, informierte am Tag darauf den Bundestag. Parteien müssen Spenden von mehr als 35.000 Euro offenlegen.
Die Böttcher AG Jena beschäftigt rund 700 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von mehr als 900 Millionen Euro erzielt. Seit Jahren unterstützt das Unternehmen Sportvereine und soziale Projekte in der Region.
MDR (KuK/dpa/mm)
Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Januar 2025 | 18:00 Uhr
maddin vor 2 Wochen
@Tschingis1
Und? Das schrieben schon einige hier. Habe ich - nicht zu fassen - sogar sofort gerafft. Sind wir hier etwa und nur unter Juristen? Mir geht geht es einfach um lange tradierten Verhaltensweisen, also das Zwischenmenschliche, siehe auch „Geschenkt ist geschenkt, wieder holen ist gestohlen“, klar soweit?
Il Sassone vor 2 Wochen
Ich glaube nicht, dass Herr Winter so blöd sein wird eine falsche Adresse anzugeben. Dass bei einer Kombination von 1 Million + AfD gründlich recherchiert wird war ihm bestimmt klar. Wo steht denn überhaupt, dass die Adresse falsch ist? Nur weil es keine Millionen-Villa ist kann er nicht dort wohnen? Man kann auch mehrere Adressen haben.
Josh McRae vor 2 Wochen
Sorry, aber Herr Boettcher ist schon alleine dadurch unglaubwürdig, weil bei Bekanntwerden erstmal ganz hektisch Liebesbekundungen an Alice Weidel von seinem Instagramaccount gelöscht wurden: "Udo Böttcher, der Geschäftsführer der Böttcher AG, hat auf seinen privaten Social-Media-Kanälen, einschließlich Instagram, positive Kommentare über die AfD und insbesondere über Alice Weidel veröffentlicht. So lobte er beispielsweise eine Rede von Alice Weidel mit den Worten: "So eine geile Rede von Alice, das sollte unser Traum für Deutschland sein." Diese Beiträge wurden jedoch inzwischen entfernt." Zitat Spiegel Politik Beitrag vom 28.01.2025, 08.33 Uhr