Eine Lockheed Martin F-16
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Ukraine-News Ukraine erhält deutlich weniger F-16-Kampfjets als geplant

13. Juli 2024, 23:14 Uhr

Diese Ukraine-News vom Samstag, 13. Juli 2024 sind beendet.

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Ein selbstangetriebener 122-mm-Mehrfachraketenwerfer "Grad" feuert auf eine ukrainische Stellung im russisch-ukrainischen Grenzgebiet in der Region Kursk, Russland. mit Video
Ein selbstangetriebener 122-mm-Mehrfachraketenwerfer "Grad" feuert auf eine ukrainische Stellung im russisch-ukrainischen Grenzgebiet in der Region Kursk, Russland. Bildrechte: picture alliance/dpa/Rusian Defense Ministry Press Service | Uncredited

Ukraine-News vom Samstag, 13. Juli 2024

23:14 Uhr

Fünf Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen in den Regionen Charkiw und Cherson sind am Samstag nach Angaben ukrainischer Behörden fünf Zivilisten getötet worden. In Budy, südwestlich von Charkiw, starben ein Polizist und ein Rettungskräftevertreter bei einem Raketenangriff, der kurz nach einem vorherigen Angriff erfolgte. Ukrainischer Innenminister Ihor Klymenko kritisierte die wiederholten Angriffe auf Rettungskräfte. Insgesamt wurden 22 Menschen verletzt, darunter fünf Eisenbahnmitarbeiter, berichtete der Gouverneur der Region, Oleh Synehubow. Die Region Charkiw steht seit zwei Monaten unter konstanter russischer Offensive. In der Region Cherson wurden bei einem Angriff drei Menschen getötet, darunter zwei Frauen im Alter von 72 und 50 Jahren sowie ein 41-jähriger Mann, teilte Gouverneur Oleksandr Prokudin mit.

22:35 Uhr

Kreml warnt vor US-Raketen in Deutschland

Der Kreml hat vor der Stationierung weitreichender US-Raketen in Deutschland gewarnt und mögliche Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow drohte, dass europäische Hauptstädte zum Ziel russischer Raketen werden könnten. „Europa ist ein Ziel für unsere Raketen, unser Land ist ein Ziel für US-Raketen in Europa. Das kennen wir schon“, sagte Peskow im russischen Fernsehen. Die USA und Deutschland hatten am Mittwoch die Stationierung von Raketen längerer Reichweite ab 2026 angekündigt, darunter SM-6, Tomahawk- und Hyperschall-Raketen. Diese Maßnahme soll das Engagement der USA für die NATO und die Abschreckung gegenüber Russland unterstreichen.

Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigte die Entscheidung als "sehr gut", da sie "den Frieden sichert". Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte den defensiven Charakter der Waffen und ihre Rolle in der Abschreckung.

21:23 Uhr

Kiew berichtet von Angriff gegen Treibstofflager bei Rostow

Das ukrainische Militär hat einen neuen Schlag gegen ein Treibstofflager in Russland für sich reklamiert. Das berichtete die ukrainische Agentur Unian unter Berufung auf einen nicht nahmentlich genannten Geheimdienstvertreter. Das Lager im Bezirk Zimljansk in der Region Rostow am Don sei von Drohnen in Brand gesetzt worden. Rund 12.500 Kubikemter Treibstoff seien dabei in Flammen aufgegangen. In den vergangenen Wochen habe die Ukraine bereits knapp drei Dutzend Raffinerien und Treibstofflager auf russischem Gebiet angegriffen.

Zuvor hatte bereits der zuständige Regionalgouverneur Wassili Golubew von einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Ölraffinerie berichtet.

20:50 Uhr

Lukaschenko sieht Entspannung an Grenze zur Ukraine

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sieht eine Entspannung an der Grenze zur Ukraine. Bei einem Truppenbesuch lobte er den Abzug ukrainischer Soldaten aus dem Grenzgebiet. Im Gegenzug werde er belarussische Einheiten aus der Region zurückbeordern.

17:10 Uhr

Selenskyj verzeiht Biden Putin-Versprecher

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Joe Biden dessen Versprecher beim Nato-Gipfel am Donnerstag verziehen. "Es ist ein Fehler gewesen", sagte er heute zu Journalisten auf dem Flughafen im irischen Shannon. Die Vereinigten Staaten hätten der Ukraine aber viel Unterstützung zukommen lassen. "Wir können manche Fehler vergessen." Biden hatte Selenskyj versehentlich mit Russlands Präsident Wladimir Putin verwechselt, sich aber nach wenigen Sekunden selbst korrigiert.

Joe Biden und Wolodymyr Selenskyj 5 min
US-Präsident Joe Biden spricht während einer Veranstaltung zum Ukraine Compact auf dem Nato-Gipfel in Washington, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zusieht. Bildrechte: picture alliance/dpa/AP/Matt Rourke

14:00 Uhr

Brand in russischer Ölraffinerie nach Drohnenangriff

Ein ukrainischer Drohnenagriff hat nach russischen Angaben eine Ölraffinerie in der Region Rostow im Süden Russlands in Brand gesetzt. Wie Regionalgouverneur Wassili Golubew bei Telegram mitteilte, brach in der vergangenen Nacht in der Raffinerie im Verwaltungsbezirk Zimljansk ein Feuer aus.

Auf diesem vom Pressedienst des russischen Katastrophenschutzministeriums veröffentlichten Foto arbeiten Feuerwehrleute an der Brandstelle eines Ölreservoirs im Bezirk Asow.
Brand eines Ölreservoirs im Bezirk Asow nach Drohenangriff (Archivbild vom 18. Juni 2024). Bildrechte: picture alliance/dpa/Russian Emergency Ministry Press Service/AP | Uncredited

Ersten Erkenntnissen zufolge gebe es keine Toten oder Verletzten. Der Angriffsort ist mehrere Hundert Kilometer von der Front entfernt.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte unterdessen, die russische Armee habe insgesamt vier von der Ukraine abgefeuerte Drohnen abgefangen und zerstört, zwei in der Region Rostow, eine in der Region Belgorod an der ukrainischen Grenze und eine in der Grenzregion Kursk weiter nördlich. Den Brand in der Ölraffinerie erwähnte das Ministerium nicht.

Feuerwehr vor einem brennenden Kraftwerk 4 min
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09:21 Uhr

Friedensforscher kritisiert fehlende Debatte bei Raketenstationierung

Der Hamburger Friedensforscher Ulrich Kühn hat die Bundesregierung angesichts der geplanten Stationierung von US-Langstreckenwaffen kritisiert. Kühn sagte MDR AKTUELL, die Bedrohung durch Russland sei durchaus real. Er hätte sich aber gewünscht, dass es über eine so weitreichende Entscheidung vorher eine Debatte gegeben hätte, etwa im Bundestag. Der Kanzler habe aber die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt. Das sei ein Fehler.

Deutschland und die USA hatten am Rande des Nato-Gipfels verkündet, dass die US-Armee ab 2026 wieder Langstreckenwaffen in Deutschland stationieren will.

08:30 Uhr

Ukraine erhält deutlich weniger F-16 als geplant

Die Ukraine erhält nach einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg in diesem Sommer weniger F-16-Kampfjets als ursprünglich geplant. Wie die Agentur unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit betraute Person berichtet, wird die ukrainische Luftwaffe lediglich eine Staffel von 15 bis 24 Jets einsetzen können. Eine andere Quelle sprach von lediglich 20 Kampfjets, die Kiew bis Ende des Jahres erwarten kann. Geplant waren Bloomberg zufolge ursprünglich 300 F-16. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt gesagt, sein Land benötige rund 130 F-16-Jets, um ein Kräftegleichgewicht mit Russland zu schaffen. Die westlichen Verbündeten haben der Ukraine bislang weniger als 100 Kampfflugzeuge zugesagt.

Als Grund für die Verzögerungen nennen die Bloomberg-Quellen die Sprachbarriere zwischen ukrainischen Piloten und ihren ausländischen Ausbildern sowie eine komplexe Logistik bei der Lieferung von Ersatzteilen für die F-16. Ein ukrainischer Beamter räumte gegenüber Bloomberg ein, dass es "Verzögerungen bei der Ausbildung, dem Personal und der Wartung gegeben hat". Die Planer befürchten auch, dass die Ukraine nicht über genügend Start- und Landebahnen verfügt, und dass die vorhandenen Flugplätze anfällig für russische Luftangriffe sind.

00:00 Uhr

Ukraine-News am Samstag, 13. Juli 2024

Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 13. Juli 2024 | 06:00 Uhr

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Russische Soldaten bereiten sich in der Ukraine auf das Feuer auf ukrainische Stellungen vor. Bildrechte: picture alliance/dpa/Russian Defense Ministry Press Service | Uncredited