Empfehlungen Die besten Ausstellungen in Sachsen-Anhalt: Fotografie, Architektur und Geschichte
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20. Januar 2025, 12:59 Uhr
Kalte Wintertage laden zu einem Besuch im Museum ein! Im Januar 2025 erwarten Sie viele besondere Ausstellungen: Entdecken Sie untere anderem im Kulturhistorischen Museum Magdeburg 500 Jahre Stadtentwicklung oder bewundern Sie in Halle anlässlich des 500. Jubiläums des Bauernkriegs einzigartige Kunstschätze der Frührenaissance. Alle Tipps, inklusive Infos zu Öffnungszeiten, Eintritt und Barrierefreiheit, finden Sie hier.
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Aschersleben
Zauberhafte Opernkunst von Neo Rauch und Rosa Loy | bis 27. April 2025
Die Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben zeigt unter dem Titel "Bläue" Kostüme, Bühnenbilder und Requisiten, die vom Künstlerpaar Rosa Loy und Neo Rauch gestaltet wurden. Es handelt sich um 33 Objekte, die 2018 bei der Bayreuther Lohengrin-Neuinszenierung zum Einsatz gekommen sind. Inspiriert vom Nietzsche-Wort: "Im Lohengrin gibt es viel blaue Musik". Ein Muss für Kunst- und Opernfans!
Dessau
Design und Architektur in Zeiten der Umweltkrise | bis 21. April 2025
Eine neue Ausstellung im Bauhaus Museum Dessau blickt auf die Geschichte des Pariser Institut de l'Environnement. Dieses wurde 1969 im aufgeheizten Klima der weltweiten Studentenproteste und des wachsenden Bewusstseins für die Gefährdung der Umwelt gegründet. Ziel war es, die Forschung, Ausbildung und Lehre im Bereich Architektur und Design neu zu definieren. Die Ausstellung gibt mit Archivmaterialien und Zeitzeugnissen vor allem einen historischen Einblick, sucht aber auch nach aktuellen Antworten auf die Frage: "Was ist die Umwelt?" Somit ist die Schau auch für alle interessant, die von dem umstrittenen Institut, das bereits 1971 wieder schließen musste, vielleicht noch nie etwas gehört haben.
Bauhaus-Tanz und politische Gesten | bis 2. Februar 2025
Dass es beim Bauhaus nicht nur um Architektur und Design, um Glasfassaden und Metallstühle ging, wird in Dessau deutlich mit der Bauhaus-Bühne. Welche Rolle der Tanz spielte, führt das Bauhaus-Museum vor Augen. Foto- und Videodokumente zeigen Gymnastik von Émile Jaques-Dalcroze oder Bewegungschöre von Rudolf von Laban, Arbeiten von Mary Wigman oder Gret Palucca. Ergänzt wird die historische Ausstellung durch moderne Arbeiten: "Les Indes Galante" untersucht, wie sich gesellschaftliche Unterschiede in Körpern spiegeln und "Morgestraich", wie eine Gruppe einer Person mit Trommel und Pfeife durch die Dunkelheit folgt. Für "Rhythm is a Dancer" hat Christina Werner mit Menschen in Dessau zusammengearbeitet. Entstanden sind Fotos und eine Filmarbeit, die sich auch mit Protest und Arbeiterbewegung beschäftigen. Begleitet werden die Ausstellungen von Workshops.
Halle
Einblicke in die Welt des Surrealismus | bis 13. April 2025
Am 15. Oktober 1924 veröffentlichte André Breton sein surrealistisches Manifest, das eine neue Kulturbewegung begründete. Die Surrealisten hinterfragten das bestehende System, inspiriert von Psychoanalyse und Traumdeutung, und strebten an, das Irrationale zur Wirklichkeit zu erheben. Heute, in einer Phase gesellschaftlicher Umbrüche, erleben wir eine ähnliche Suche nach neuen Perspektiven. Die Ausstellung zeigt Werke von Surrealisten wie de Chirico, Magritte, Dalí und deutsche sowie osteuropäische Vertreter, ergänzt durch Porträts und Selbstporträts der Künstler.
Die Entdeckung der Anschaulichkeit | bis 2. Februar 2025
Die Jahresausstellung im Historischen Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen in Halle widmet sich einer Art frühneuzeitlichen MINT-Initiative. Denn um 1700 gründeten August Hermann Francke und Christoph Semler neuartige Schulen in Halle, die Wissen vor allem auf Grundlage von Modellen und Experimenten vermitteln wollten. Es ging ihnen darum, die Sinne der Kinder ansprechen. Das Konzept wurde zum Dreh- und Angelpunkt der naturkundlichen und technischen Bildung ihrer Zeit. Die Ausstellung schaut auch auf die Gegenwart: Wie lassen sich Natur und Technik angesichts immer komplexer werdenden Wissens noch anschaulich vermitteln?
Frührenaissance in Mitteldeutschland | bis 2. März 2025
Im Rahmen des Jubiläums 500 Jahre Bauernkrieg zeigt das Kunstmuseum Moritzburg in Halle Schätze der Frührenaissance. Die Sonderausstellung präsentiert zahlreiche Kunstwerke aus der Region, die für die Schau aus internationalen Sammlungen zurück nach Mitteldeutschland geholt wurden. Rund 250 Werke von Künstlern wie Albrecht Dürer, Martin Schongauer, Jacopo de' Barbari und Lucas Cranach dem Älteren sind in der Moritzburg zu bewundern. Die Ausstellung zeigt, wie in der Zeit um 1500 große gesellschaftliche Umbrüche wie der Bauernkrieg und die Reformation auch die Kunst beeinflussten und der Stil der Frührenaissance von Italien allmählich auch Mitteldeutschland erreichte.
Magdeburg
"Stadt im Blick – Magdeburg. Bilder aus sechs Jahrhunderten" I bis 18. Mai 2025
Das Kulturhistorische Museum Magdeburg präsentiert in seiner neuen Sonderausstellung "Stadt im Blick" eine Auswahl der schönsten Stadtansichten aus insgesamt sechs Jahrhunderten. Es werden rund 100 Objekte aus der Graphischen Sammlung gezeigt, die Magdeburg aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Mittelalterliche Darstellungen, Papierarbeiten, Gemälde und Ansichten aus Porzellan. Die Ausstellung ist in verschiedene Bereiche gegliedert, die sich besonderen Orten der Stadt widmen, darunter der Klosterbergegarten, der Domplatz, der Alte Markt, Industrie- und Parkanlagen, die Flusslandschaft. Anhand zahlreicher Ansichten erhalten Besucherinnen und Besucher so die Möglichkeit, die Stadtentwicklung innerhalb der letzten 500 Jahre gut nachvollziehen zu können. Einige der präsentierten Stadtdarstellungen sind sogar erstmals nach ihrer Restaurierung für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die ausgestellten Werke stammen von bedeutenden regionalen aber auch überregionalen Künstlerinnen und Künstlern, wie zum Beispiel Jan van de Velde, Gabriel Bodenehr, Heinrich Mittag, Friedrich Wilhelm Behrendsen, Johann Friedrich Klusemann, Carl Hasenpflug, Maryan Zureck und Marianne Rusche.
Musik, Urbanität, Kunst und Gesellschaft | bis 9. Februar 2025
Nevin Aladağ ist Professorin für interdisziplinäres künstlerisches Arbeiten an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Klang, Installation, Video, Performance, Muster, Ornamente und Humor verbindet die Bildhauerin in ihrer Ausstellung "Das rollende Tamburin" im Kunstmuseum Magdeburg. Gezeigt werden Videoinstallationen und Textilarbeiten die einen frischen Blick auf alltägliche Gegenstände und Situationen im urbanen Raum ermöglichen.
Wilde Elbe: Ein einmaliges Porträt der Elbe und ihrer Landschaften I bis 25. März 2025
Die Foto-Ausstellung "Wilde Elbe" im Naturkundemuseum Magdeburg beleuchtet die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entlang der Elbe, einem der letzten weitgehend naturbelassenen Flüsse Europas. Besucherinnen und Besucher erhalten einen spannenden Überblick über die Lebensröume wie Auenlandschaften, Flussläufe und deren Bewohner. Gezeigt werden die Fotografien von 29 Fotografinnen und Fotografen der Gesellschaft Deutscher Naturfotografen (GDT), die für den Bildband "Wilde Elbe" und die gleichnamige Wanderausstellung über zwei Jahre lang an der Elbe unterwegs waren. Die Schau verdeutlicht die Vielfalt und den ökologischen Wert der Region und beleuchtet sie aus einem völlig neuen Blickwinkel. Neben den Fotografien gibt es außerdem zahlreiche Vitrinen mit Präparaten bedrohter Tierarten zu sehen, darunter Fischotter, Graureiher und Seeadler.
Schönebeck
Keramik trifft Malerei | bis 2. Februar 2025
Das Salzlandmuseum präsentiert zu seinem 100-jährigen Jubiläum Werke des Künstlerinnenpaares Hedwig Marquardt (1884-1969) und Augusta Kaiser (1895–1932). Hier trifft die rohe Schönheit von handwerklich hergestellter Keramik auf ausdrucksstarke Gemälde.
Marquardt, die im Salzlandkreis geboren wurde, war mit ihrer Partnerin an den verschiedensten Orten Deutschlands tätig. Ihre Zeit in der Kieler Kunst-Keramik AG ist jedoch ab 1924 für ihr Werk besonders von Bedeutung. Zu der Ausstellung gibt es ein umfassendes Begleitprogramm.
Wernigerode
Heinrich Heines Jubiläum im Harz | bis 16. Februar 2025
Das Harzmuseum in Wernigerode erinnert mit der Ausstellung "Heine im Harz" an seine Brocken-Wanderung vor 200 Jahren. Der Dichter trug mit der Schilderung seiner Erlebnisse zur Popularität des Harzes bei. Die Ausstellung zeigt historische Objekte wie Münzen, Karten und Gemälde sowie zeitgenössische Fotografien, die die Landschaft im Wandel dokumentieren. Sie ist eine Hommage an Heine, der mit seiner "Harzreise" ein bedeutendes literarisches Werk schuf. Eine Führung bietet interessante Anekdoten.
Wittenberg
Escape-Spiel zu Luthers Bibelübersetzung | bis 30. April 2025
Statt einer konventionellen Ausstellung im 500. Jahr der Bibelübersetzung gibt es in Wittenberg die Mitmachausstellung "Tatort 1522". Diese ist als Escape-Spiel gestaltet: Wer die Ausstellung besucht, muss in verschiedenen Räumen Rätsel lösen, um die verschollene Übersetzung des Neuen Testaments wiederzufinden – und begegnet dabei prominenten Zeitgenossen Luthers wie Melanchton oder Cranach. Die spannende Krimi-Ausstellung lockt inbesondere junge Menschen mit einer Instagram-Wand zum Mitmachen ein, ist aber auch für Familien und Erwachsenen-Gruppen geeignet.
Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Januar 2025 | 21:15 Uhr