
Wissen-news Schmerzhaft – Feuerwurm breitet sich an Italiens Küsten aus
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14. Juni 2024, 04:59 Uhr
Feuerwürmer breiten sich an Italiens Küsten aus. Experten warnen, ihre giftigen Stacheln zu berühren. Dies sei sehr schmerzhaft und für Allergiker lebensbedrohlich. Grund für die massive Ausbreitung der 30 Zentimeter langen Vielborster sind steigende Temperaturen.
Feuerwürmer (Hermodice carunculata) breiten sich derzeit an Italiens Küsten aus und könnten Badegästen an den Stränden in diesem Sommer zu schaffen machen. Das Nationale Institut für Ozeanographie und Geophysik (OGS) in Triest warnte vor den bis zu 30 Zentimeter langen Vielborstern. Badegäste sollten Feuerwürmer auf keinen Fall berühren und beim Betreten des Wassers vorsichtig sein. Ein Kontakt mit den hauchdünnen Borsten der Würmer sei immer sehr schmerzhaft, auch wenn ansonsten keine konkrete Gefahr für Badegäste bestehe. Für Allergiker könne ein Feuerwurm-Kontakt jedoch lebensgefährlich sein.
Auf den ersten Blick sehen Bart-Feuerborstenwürmer, so ihr offizieller deutscher Name, wie farbenfrohe und harmlose Tausendfüßler aus. Bei Kontakt mit ihnen dringen ihre Borsten jedoch in die menschliche Haut ein und brechen meist ab. Sie sind dann nur schwer zu entfernen. Feuerwurm-Borsten enthalten ein neurotoxisches Sekret. Sie verursachen Brennen, Juckreiz und Taubheit. Der Schmerz kann über mehrere Tage anhalten. In seltenen Fällen wurde auch über Schwindel und Übelkeit berichtet. Feuerwürmer leben auf felsigen Hartböden in Ufernähe, auf Korallenbänken und in Seegraswiesen. Auch im Sand sind die Tiere ab und zu anzutreffen. Ansonsten besiedeln sie den Bereich vom Flachwasser bis in 30 Meter Tiefe.
Grund für die rasante Ausbreitung von Feuerwürmern im Mittelmeer sind den Angaben zufolge die steigenden Temperaturen. Die Hitzewellen in den vergangenen zwei bis drei Jahren sollen dazu geführt haben, dass sich die Feuerwürmer im Mittelmeer vor Italien immer wohler fühlen und sich rasant verbreiten. Besonders betroffen sind die Küsten im Süden: Sizilien, Kampanien, Apulien und Kalabrien. Zwar sind Feuerwürmer bereits seit einigen Jahrhunderten im Mittelmeer präsent, aber seit 2018 werden sie von Jahr zu Jahr häufiger gesichtet. Neben den steigenden Temperaturen begünstigt auch das Fehlen von Fressfeinden die Ausbreitung der Tiere.
dpa (dn)
Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Juli 2023 | 08:35 Uhr