Geschäftsfrau und Geschäftsmann laufen durch Fabrikhalle
Fabrikhalle eines Mittelständlers: Künstliche Intelligenz kann Prozesse im Unternehmen optimieren. Der Weg dorthin ist für viele aber nicht leicht. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images / Westend61

KI-Experte Mittelstand steht bei Künstlicher Intelligenz noch am Anfang

16. Februar 2025, 17:14 Uhr

Künstliche Intelligenz wird in Unternehmen in Thüringen und Sachsen bisher wenig eingesetzt. Bei vielen fehlen die Ressourcen oder es gibt Vorbehalte. Gewillte Firmen können sich Hilfe von außen holen.

Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) stehen viele Mittelständler in Thüringen und Sachsen nach Ansicht eines Experten noch am Anfang. Sebastian Gerth vom KI-Hub Sachsen-Thüringen sagte, die Wirtschaft befinde sich bei KI in einer Orientierungsphase. Unternehmen beschäftigten sich zwar intensiv mit dem Thema. Konkrete Projekte gebe es aber bisher kaum.

Der KI-Hub Sachsen-Thüringen ist ein Zusammenschluss der Mittelstand-Digital-Zentren Ilmenau und Chemnitz. Das mit Bundesmitteln geförderte Projekt ist eine Anlaufstelle für Firmen, die sich über KI informieren wollen oder erste eigene Projekte angehen möchten.

Kaum Spielraum für KI - auch Angst spielt eine Rolle

Sebastian Gerth zufolge ist das größte Hindernis die derzeitige wirtschaftliche Lage. Für viele Firmen sei derzeit schwer abzuschätzen, wann sich eine Investition in KI auszahle. Für ein "Einfach-mal-ausprobieren" gebe es zurzeit kaum Spielraum.

Zudem gibt es in Thüringen vorrangig kleine Unternehmen. Nur wenige könnten sich KI-Experten leisten. Nicht zuletzt herrsche bei den Mitarbeitern Skepsis, zuweilen sogar Angst, dass KI den eigenen Arbeitsplatz überflüssig macht.

KI weit entfernt, Menschen zu ersetzen

Die Angst ist laut Gerth nur teilweise berechtigt. Wir seien noch weit von einer KI entfernt, die Menschen ersetzen kann. "Wenn wir heute eine KI einsetzen, dann in einem kleinen Teilbereich", sagte er. Mit Hilfe der KI könnten Maschinen etwa Einstellungen selbst kontrollieren und so den Beschäftigten helfen.

KI lasse sich in einigen Bereichen auch verwenden, um etwa die Rentenwelle der kommenden Jahre abzufedern. "Man kann KI nutzen, um das Wissen von Menschen, die seit 30 oder 40 Jahren an einer Maschine stehen, technisch abzubilden", sagte Gerth. 

Für Unternehmen, die kaum Ressourcen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz haben, gebe es Förderungen durch öffentliche Mittel und im Rahmen des KI-Hubs inhaltliche Unterstützung, so Gerth. Im März startet der KI-Hub Sachsen-Thüringen eine Reihe von Online-Veranstaltungen für kleine und mittlere Unternehmen.

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MDR (kku/sar)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Februar 2025 | 15:00 Uhr

4 Kommentare

martin vor 5 Wochen

KI ist weder böse noch ein Allheilmittel. Es macht durchaus Sinn, sich sachlich mit dem Thema zu befassen. KI für industrielle Anwendungen hat wenig mit ChatGPT zu tun.

Ich finde es richtig, dass den kleineren und mittelständischen Unternehmen KnowHow zur Verfügung gestellt wird, damit diese Unternehmen für sich selbst entscheiden können, ob der Einsatz für ihr Unternehmen sinnvoll ist oder nicht. Industrieunternehmen, die sich zukunftsfest aufstellen wollen, sollten sich mit dem Thema durchaus befassen - denn KI ist mehr als klassische Automation und Steuerung.

NochJemand vor 5 Wochen

Die böse, drohende KI, die uns alle ersetzen und auslöschen wird...
Das Thema wird dank Medienhype völlig überbewertet. Lernende Maschinen gibt es seit Jahrzehnten. Das algoritmische Automatisieren wieder kehrender Prozesse ist längst Alltag in der Industrie. Die Softwareentwicklung arbeitet seit Jahrzehnten mit immer wieder verbesserten Algorithmen, die menschliche Entscheidungen überflüssig machen. Das maschinelle "Lernen" bedeutet nur Sammeln von Daten und deren Auswertung.

Was kann denn ein Chat-GPT? Texte aus dem Internet einsammeln und daraus eine Quintessenz ableiten. Nach vorprogrammierten Regeln (Algorithmen). Was kann eine Open-AI-Grafik-Software? Einsammeln von Daten aus dem Internet und deren Auswertung.
Alles keine bedrohliche Hexenkunst.

Freies Moria vor 5 Wochen

Vieles von dem, was heute als KI bezeichnet wird, gerade im geschäftlichen oder industriellem Bereich, gibt es schon seit Jahren.
Dort wird es eher Machine Learning oder Steuerung genannt und ist eigentlich Alltag.
Wenn also nach KI gefragt wird, sagen die Anwender: "Haben wir nicht im Einsatz".
Nachzügler, die das heute einführen, sagen stattdessen: "Wir sind begeistert von den Möglichkeiten der KI".
So kommt es zu verwirrenden und nichtssagenden Statements rauf und runter.
Es sagt auch nie jemand welche Form der KI gerade gemeint ist. Generierende KI oder erkennende KI, Sprach-KI oder schlicht ein Algorithmus der sich selbst im Rahmen von Toleranzen an die Situation anpasst.
Das alles hilft genau niemandem, dient offensichtlich nur dem Einwerben (sinnloser) Fördergelder.
Kann weg. Denn es geht viel besser und wir haben viele Unternehmen die das schon machen und nicht mal wissen das sie es tun, weil sie es einfach anders nennen.

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