Russland-Ukraine-KriegTicker: G7 wollen auf russisches Öl verzichten

09. Mai 2022, 05:05 Uhr

Die G7-Länder haben sich verpflichtet, auf russisches Öl zu verzichten. Der Besuch von Bundestagspräsidentin Bas in Kiew ist in der Ukraine als Zeichen der Solidarität Deutschlands gewürdigt worden. U2 haben ein Konzert in Kiew gegeben. Das Entwicklungsministerium in Berlin will mehr Hilfsgelder an die Ukraine zahlen. Die aktuellen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine im Ticker.

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

Aktueller Ticker

23:54 Uhr | Rund 60 Menschen durch Bombenangriff auf Dorfschule getötet

Bei dem Bombenangriff auf die Dorfschule in der ostukrainischen Region Luhansk sind laut Ministerpräsident Wolodymyr Selnskyj etwa 60 Menschen getötet worden. Es handele sich um Zivilisten, die dort Unterschlupf gesucht hätten. Gouverneur Serhij Gaidai hatte schon am Nachmittag die Befürchtung geäußert, dass es 60 Tote gegeben haben könnte. In der Schule in Bilohoriwka hätten 90 Menschen Unterschlupf gesucht, hatte er erklärt. Nach dem Angriff sei dort ein Feuer ausgebrochen. Nach dem Löschen des Brandes habe man 30 Menschen aus den Trümmern rettet können.

23:39 Uhr | Melnyk: "Mehr Konkretes" von Scholz wünschenswert

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat sich von der Fernsehansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Jahrestag des Weltkriegsendes in Europa enttäuscht gezeigt. Melnyk sagte in der ARD-Sendung "Anne Will, man hätte sich "viel mehr Konkretes" dazu gewünscht, wie der Bundestagsbeschluss zur Lieferung schwerer Waffen umgesetzt werden solle. Er bezeichnete die Zusage der Bundesregierung zur Lieferung von Panzerhaubitzen als "gute Entscheidung". Er erwarte aber mehr. Weitere Entscheidungen des Bundestags und der Bundesregierung wären wichtig, um mit allem zu helfen, was die Ukraine benötige.

22:20 Uhr | Kanada setzt Handelszölle befristet aus

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau hat nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew angekündigt, alle Handelszölle auf ukrainische Einfuhren für ein Jahr auszusetzen. Außerdem sagte er, Kanada werde auch weiter Waffen und militärische Ausrüstung an die Ukraine liefern. Darüber hinaus werde sein Land neue Sanktionen gegen Russland verhängen.

22:14 Uhr | Medaille für Minen-Suchhund

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat einen Minensuchhund mit einer Medaille ausgezeichnet. Der kleine Jack Russell Terrier Patron bekam den Orden "Für selbstlosen Dienst" verliehen, wie die Agentur Interfax-Ukraine mitteilte. Der zweieinhalb Jahre alte Hund soll sich das Minensuchen selbst beigebracht haben. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw habe er bereits auf mehr als 100 todbringende Minen aufmerksam gemacht, hieß es.

20:33 Uhr | Habeck will zu Wiederaufbau-Gesprächen in die Ukraine

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen plant offenbar ebenfalls eine Reise in die Ukraine.

Im ZDF sagte er, es sei aber richtig, dass Außenministerin Annalena Baerbock als erste fahre. Dann würden andere fahren, "ich werde auch fahren, und zwar dann vor allem, um den Wiederaufbau der Ukraine zu organisieren." In seinem Ressort gehe es um wirtschaftliche Unterstützung und die Energiesicherheit der Ukraine. Eine Wirtschaftsdelegation zusammenzustellen sei dann die Aufgabe, um einen Beitrag zur Ertüchtigung des Landes zu leisten.

Habeck verurteilte es außerdem, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai missbrauchen wolle, um seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen. Er sagte: "Im Grunde nimmt Putin den Russen diesen Feiertag weg. Er entwürdigt diesen Feiertag."

18:45 Uhr | TV-Ansprache von Scholz zur Ukraine-Politik

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Jahrestag der deutschen Kapitulation von 1945 genutzt, um die Ukraine-Politik der Bundesregierung zu erklären und zu verteidigen.

Es sei kein 8. Mai wie jeder andere – denn jetzt gebe es wieder Krieg in Europa, sagte er. Deutschland müsse auf der Seite der Angegriffenen stehen, "Recht und Freiheit" verteidigen. Nichts zu tun, hieße vor blanker Gewalt zu kapitulieren – das wolle er nicht. Deutschland habe eine historische Verantwortung, der Ukraine zu helfen. Er wisse nicht, wie und wann der Krieg ein Ende finde. Sicher sei nur, dass es keinen russischen Diktatfrieden geben dürfe.

18:38 Uhr | G7 verabschieden sich von russischem Öl

Die G7-Staaten haben sich dazu verpflichtet, die Einfuhr von russischem Öl auslaufen zu lassen oder zu verbieten. In einer Erklärung vom Sonntagabend heißt es: "Wir werden dafür sorgen, dass wir dies rechtzeitig und geordnet tun, und zwar in einer Weise, die der Welt Zeit gibt, alternative Lieferungen zu sichern." An der G7-Videokonferenz hatten am Abend neben Kanzler Olaf Scholz und den Staats- und Regierungschefs von USA, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada und Japan auch der ukrainische Präsident Selenskyj teilgenommen. Die USA selbst hatten bereits vorher ein Importverbot für russisches Öl verhängt.

18:11 Uhr | Neue US-Sanktionen gegen Russland - auch Gazprom

Die USA haben weitere Sanktionen gegen Russland verhängt. Wie die Regierung mitteilte, werden drei russische Fernsehsender verboten. Zudem würden US-Firmen Buchhaltungs- und Beratungsdienstleistungen für Russen untersagt. Führungskräfte der Gazprombank würden mit Sanktionen belegt. Damit ist der Gasexporteur Gazprom erstmals von Sanktionen betroffen.

Bisher hatten die USA und die G7-Partner Schritte vermieden, die zu einer Unterbrechung der Gaslieferungen nach Europa führen könnten. Die Bezahlung der Gasrechnungen wird über die Gazprombank abgewickelt.

16:33 Uhr | Kanadas Premier und First Lady der USA in der Ukraine

Kanadas Premierminster Justin Trudeau und Jill Biden, Ehefrau von US-Präsident Joe Biden, haben am Sonntag unabhängig voneinender überraschend die Ukraine besucht.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform meldete, Trudeau habe die Stadt Irpin im Großraum Kiew besucht. Sie veröffentlichte auch ein Foto, das den Regierungschef vor zerstörten Häusern zeigt.

Jill Biden ist nach Angaben von US-Journalisten von der Slowakei aus in die Ukraine eingereist und knapp zwei Stunden dort geblieben. In der Stadt Uschorod sei sie mit Flüchtlingen zusammengekommen. Sie habe außerdem die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska, getroffen und rund eine Stunde lang mit ihr gesprochen. Biden sagte den mitreisenden Journalisten, Selenska habe ihr für den "mutigen" Besuch gedankt. In der Slowakei hatte Biden zuvor Regierungschef Eduard Heger getroffen und ein Erstaufnahmelager besucht. Anschließend war sie in einer Grundschule, wo ukrainische Frauen und Kinder untergebracht sind. Biden sagte, es sei ihr wichtig gewesen, am Muttertag zu kommen.

16:10 Uhr | U2 geben Konzert in Kiewer U-Bahnschacht

U2-Frontmann Bono und Gitarrist "The Edge" sind am Sonntag überraschend in einer als Luftschutzbunker genutzten U-Bahn-Station in Kiew aufgetreten. Die Band schrieb auf Twitter: "Präsident Wolodymyr Selenskyj hat uns eingeladen, in Kiew zu spielen und unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen und das haben wir getan."

Wie auf Videos ukrainischer Medien zu sehen ist, sangen bei dem Auftritt auch ukrainische Soldaten mit den beiden irischen Musikern.

15:41 Uhr | Update: Bas-Besuch als Zeichen der Solidarität gewürdigt

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat in Kiew am Gedenken an den 8. Mai 1945 teilgenommen. Bas und ihr Amtskollege Ruslan Stefantschuk legten am Grabmal des unbekannten Soldaten Kränze nieder.

Die SPD-Politikerin sagte, das Gedenken sei für sie "sehr bewegend". Es sei ein großer Schritt, dass sie dies als Repräsentantin des Landes, das den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Gräueltaten zu verantworten habe, gemeinsam mit dem ukrainischen Parlamentspräsidenten tun könne. Stefantschuk, auf dessen Einladung Bas gereist war, dankte für ihr Kommen gerade an diesem 8. Mai: "Das ist für uns wirklich ein Zeichen der Solidarität Deutschlands mit der Ukraine und mit dem ukrainischen Volk."

Bas war von Stefantschuk betont herzlich und mit einer Umarmung begrüßt worden. Zur Kranzniederlegung wurden die Nationalhymnen gespielt. Bei ihrem Besuch traf Bas auch Regierungschef Denys Schmyhal und den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Der "Rheinischen Post" sagte sie später, sie habe versprochen, dass Deutschland die Ukraine bei deren EU-Perspektive unterstützen werde. "Der Bundestag wird alle nötigen Verfahren beschleunigen."

15:38 Uhr | Auch heute keine Einigung auf Ölembargo

Auch am Sonntag haben die EU-Länder keine Einigung über ein Ölembargo gegen Russland erzielt. Die französische Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission teilten mit, es werde noch an Garantien für die Versorgungssicherheit bestimmter Länder gearbeitet, die in Bezug auf die Öl-Versorgung aus Russland in einer besonderen Situation seien. Gespräche auf allen Ebenen würden Anfang der Woche fortgeführt.

15:28 Uhr | Asovstal-Kämpfer auf Sturmangriff eingestellt

Wegen der morgigen großen Militärparade in Moskau zum Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland haben sich die im Asovstal-Werk in Mariupol verschanzten ukrainischen Kämpfer auf einen russischen Sturmangriff eingestellt. Die ukrainische Führung warnt bereits seit Tagen vor einem solchen Szenario. Präsidentenberater Oleksij Arestowytsch sagte: "Der Feind versucht, den Verteidigern von Asovstal den Rest zu geben, sie versuchen das vor dem 9. Mai zu schaffen - als Geschenk an Wladimir Putin."

Die ukrainischen Kämpfer wollen ihren Widerstand notfalls bis zum bitteren Ende fortsetzen. Hauptmann Swjatoslaw Palamar sagte bei einer Videoschalte: "Wir werden weiter kämpfen, solange wir leben, um die russischen Besatzer zurückzuschlagen. Wir haben nicht viel Zeit, wir stehen unter starkem Beschuss."

Gleichzeitig bat er die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Evakuierung verwundeter Soldaten aus der Werksanlage. Palamar fügt hinzu, er könne nicht bestätigen, dass bereits alle Zivilisten das Stahlwerk verlassen hätten. Präsident Selenskyj sagte, derzeit werde die Evakuierung von Verletzten und medizinischem Personal vorbereitet. Die Regierung arbeite "auch daran, unsere Soldaten herauszuholen".

12:49 Uhr | Offenbar schwere Kämpfe um Schlangeninsel

Meldungen von Russen und Ukrainern zeugen von offenbar heftigen Kämpfen um die strategisch wichtige Schlangeninsel – 35 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt direkt vor dem Donaudelta im Gebiet Odessa gelegen.

So gab das russische Militär bekannt, in der Nacht mehrere Flugzeuge und Hubschrauber über der Insel abgeschossen zu haben, darunter zwei ukrainische Bomber vom Typ Su-24 und einen Hubschrauber vom Typ Mi-24. Darüber hinaus sei eine ukrainische Korvette versenkt worden.

Auf der Gegenseite hat das ukrainische Militär zuletzt die Versenkung eines russischen Landungsboots auf der Insel gemeldet. Zudem zeigte der Operationsstab des ukrainischen Wehrkommandos Süd ein Video mit dem angeblichen Abschuss eines russischen Hubschraubers über der Insel.

Gleich zu Beginn des Krieges hatten russische Streitkräfte den ukrainischen Stützpunkt auf der Schlangeninsel eingenommen – dessen Funkspruch an ein russisches Kriegsschiff machte ihn weltweit berühmt. In dem Gebiet soll später auch das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, der Panzerkreuzer "Moskwa", nach ukrainischem Beschuss gesunken sein.

11:38 Uhr | Bahn brachte bislang 300.000 Ukraine-Flüchtlinge nach Deutschland

Die Deutsche Bahn hat nach Angaben von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) mehr als 300.000 Ukraine-Flüchtlinge nach Deutschland gebracht. Wissing sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dafür seien kostenlose Tickets "helpukraine" in dieser Zahl ausgegeben worden. Diese gelten für die Fahrt im Fern- und Nahverkehr zu jedem Zielbahnhof. Aktuell gehe die Zahl der Menschen zurück, die aus der Ukraine nach Deutschland flüchten, erklärte Wissing. Viele Menschen blieben in Polen in Grenznähe zur Ukraine. Die Angebote der Deutschen Bahn blieben aber auf bestimmten Strecken wie der Direktverbindung von Przemysl nach Berlin weiter gefragt.

11:02 Uhr | DRK: 100 Suchanfragen von Ukrainern eingegangen

Bei der Flucht aus der Ukraine haben viele Menschen den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren. Wie DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt erklärte, sind beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes bisher 107 Anfragen eingegangen. Viele der Suchenden seien verzweifelt, weil sie nicht wüssten, was mit ihren Angehörigen passiert sei. Man unternehme alles, um den Menschen zu helfen. Die Möglichkeiten seien jedoch aufgrund der Kampfhandlungen deutlich eingeschränkt.

Derzeit würden die Suchanfragen von ukrainischen Flüchtlingen in Deutschland gesammelt und an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) weitergeleitet, das mit eigenen Mitarbeitern vor Ort in der Ukraine vertreten sei. Etliche Suchanfragen beträfen Frauen und Kinder, die in der schwer zerstörten Stadt Mariupol vermisst würden. "Die aktive Suche kann dort allerdings erst beginnen, wenn die Kampfhandlungen beendet sind", sagte Hasselfeldt. Die DRK-Chefin geht außerdem davon aus, dass die Zahl der Suchanfragen weiter steigen werde.

10:01 Uhr | Litauische Künstlerin lehnt Gasag Kunstpreis ab

Die litauische Künstlerin und Experimentalfilmerin Emilija Škarnulytė will den ihr zuerkannten Gasag Kunstpreis nicht annehmen. Das gab die Berlinische Galerie bekannt, die den vom Energieversorger gestifteten Preis betreut. Grund sei der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Die Künstlerin wolle damit auf die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen hinweisen.

Der Gasag Kunstpreis wird für künstlerische Arbeiten an der Schnittstelle zu Wissenschaft und Technik vergeben. Er ist mit einer Präsentation in der Berlinischen Galerie, einem Katalog dazu sowie 10.000 Euro verbunden. Die Preisstifterin respektiere die Entscheidung der Künstlerin und stelle das Preisgeld der Berlinischen Galerie zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung, hieß es.

09:34 Uhr | Update: Bas in Kiew eingetroffen

Bundespräsidentin Bärbel Bas ist zu ihrem Besuch in Kiew anlässlich des Ende des Zweiten Weltkrieges vor 77 Jahren eingetroffen. Mit ihrem Besuch will sie nach eigenen Angaben der Millionen Opfer gedenken, die der von Hitler-Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg weltweit verursacht hat – in der Ukraine, aber auch in Russland, Belarus, Polen, im Baltikum und in den übrigen Staaten Mittel- und Osteuropas.

Die SPD-Politikerin versteht ihre Reise zugleich als besonderen Ausdruck der Solidarität des Bundestages mit der Ukraine. Sie will deutlich machen, dass Deutschland in dem von Russland ausgehenden völkerrechtswidrigen Angriffskrieg fest an der Seite der um ihre Existenz kämpfenden Ukraine steht.

09:27 Uhr | Viele Tote bei Bombardierung von Schule befürchtet

Zwei Menschen sind dem Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk zufolge bei der Bombardierung einer Schule durch das russische Militär getötet worden. Wie Gouverneur Serhiy Gaidai auf Telegram schreibt, befinden sich noch etwa 60 Menschen unter den Trümmern des Gebäudes in dem Dorf Bilohoriwka, sie seien wahrscheinlich auch tot. In der Schule hätten etwa 90 Menschen Schutz gesucht als russische Streitkräfte am Samstagnachmittag eine Bombe abgeworfen hätten. 30 Personen seien gerettet worden, sieben davon seien verletzt.

07:41 Uhr | Bundestagspräsidentin Bas in der Ukraine

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas nimmt heute in Kiew an den Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 77 Jahren teil. Sie folgt damit einer Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk.

Im Namen des Deutschen Bundestags will die SPD-Politikerin am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Denkmal für die ermordeten ukrainischen Juden in Babyn Jar Kränze niederlegen. Wenn die Sicherheitslage es zulässt, will Bas nach eigenen Angaben auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen.

Nach den Irritationen infolge der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier durch die Regierung in Kiew ist Bas die erste hohe Repräsentantin Deutschlands, die inmitten des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in Kiew zu Besuch ist.

04:06 Uhr | Gysi gegen deutsche Waffenlieferungen

Zum Abschluss seiner mehrtägigen Ukraine-Reise hat sich der Außenpolitiker der Linken, Gregor Gysi, gegen deutsche Waffenlieferungen an das Land ausgesprochen. "Wir haben 27 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion, überwiegend Russinnen und Russen, verursacht", sagte Gysi. "An zweiter Stelle kommen schon die getöteten Ukrainerinnen und Ukrainer und dann Menschen anderer Nationalitäten." Deutschland dürfe nicht eine Ex-Sowjetrepublik gegen die andere aufrüsten.

Die Ukraine habe dabei natürlich das Recht, sich zu verteidigen und Waffen zu importieren, sagte der 74-Jährige. Gysi hofft, dass sich Russland und die Ukraine so schnell wie möglich auf einen Waffenstillstand verständigen.

Außerdem kritisierte er den Kreml scharf. Er sagte: "Ich bin mit dem Putin-Regime fertig." Er betonte aber auch, dass es ein Russland nach dem jetzigen Präsidenten Wladimir Putin geben werde. Es sei daher falsch, alle Brücken abzubrechen.

03:08 Uhr | Luftalarm in weiten Teilen der Ukraine

In weiten Teilen der Ukraine ist in der Nacht zum Sonntag Luftalarm ausgelöst worden. Betroffen waren nach Angaben der Agentur Unian die Hauptstadt Kiew und ihr Umland. Die Sirenen heulten auch in Lwiw im Westen, Charkiw und Donezk im Osten, Odessa im Süden und anderen Gebieten.

In Odessa soll es nach mehreren Berichten Explosionen gegeben haben. Dabei blieb zunächst unklar, ob es sich um russische Raketentreffer handelte oder um Abwehrfeuer der ukrainischen Luftverteidigung. Auch in der Stadt Mykolajiw im Süden gab es Explosionen.

01:41 Uhr | Schwarzer kritisiert Selenskyj wegen Provokationen

Die Feministin Alice Schwarzer hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kritisiert. "Ich bedauere, dass Selenskyj nicht aufhört zu provozieren", sagte Schwarzer bei der Vorstellung des Dokumentarfilms "Alice Schwarzer". Würde Bundeskanzler Olaf Scholz der Einladung Selenskyjs folgen und am 9. Mai nach Kiew reisen, wäre das eine "Provokation ohne Gleichen". An dem Tag feiert Russland den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Schwarzer hat sich in einem offenen Brief an Scholz gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Sie und die anderen Unterzeichner des Briefes fürchten sonst eine Ausweitung des Krieges. Schwarzer betonte: Wenn man die offizielle Politik des Präsidenten "zum Teil fragwürdig" fände, bedeute das nicht, dass man nicht mit dem Land fühle oder die Opfer ignoriere – "ganz im Gegenteil".

00:27 Uhr | Entwicklungsministerium stockt Ukraine-Hilfe auf

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze erhöht die Soforthilfen für die Ukraine, Moldau und Georgien. "Mir ist es wichtig, dass Deutschland die Ukraine nicht nur militärisch unterstützt, sondern auch das Leben für die Menschen erträglicher macht", sagte Schulze der "Bild am Sonntag". "Dafür haben wir jetzt das Sofortprogramm für die Ukraine von 122 Millionen auf 185 Millionen Euro aufgestockt." Das Geld soll Schulze zufolge für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung sowie den Wiederaufbau von Wohnungen, Schulen und Kindergärten verwendet werden.

00:00 Uhr | Ticker am Sonntag, 8. Mai 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Bildrechte: MDR

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 07. Mai 2022 | 06:00 Uhr