Stadtrat Bundeswehr darf weiter auf Straßenbahnen und Haltestellen in Erfurt werben

20. März 2025, 08:20 Uhr

In Erfurt wird es kein Werbeverbot für die Bundeswehr geben. Der Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag der Linken-Fraktion nach teils emotionaler Debatte mit großer Mehrheit abgelehnt.

Straßenbahn mit Werbung für die Bundeswehr
Nicht nur in Erfurt wirbt die Bundeswehr auf Plakaten oder auf Straßenbahnen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

Linke-Stadtrat Falko Stolp hatte argumentiert, dass Werbung für die Bundeswehr in der Stadt immer mehr zunehme - beispielsweise auf Plakaten an Bushaltestellen oder in Straßenbahnen. Es sei Unsinn, wenn die Evag für die Bundeswehr werbe, anstatt junge Menschen für Jobs als Bus- oder Straßenbahnfahrer zu gewinnen.

Andere Fraktionen gegen Werbeverbot der Bundeswehr in Erfurt

Von der Fraktion Mehrwertstadt hieß es, ein freiwilliger Dienst in der Bundeswehr sei besser als eine Wehrpflicht. Erfurt habe eine starke Verbindung zur Bundeswehr, hieß es von der SPD. Zudem sei die Bundeswehr ein wichtiger Arbeitgeber. Es müsse der Bundeswehr deshalb auch möglich sein, für sich zu werben.

Frieden und Bundeswehr gehörten zusammen, hieß es von der CDU. So wie es Polizisten brauche, brauche es auch Soldaten, die den Frieden verteidigen, sagte Stadtrat Niklas Waßmann. Lilly Fischer, ebenfalls von der CDU, ergänzte, Erfurt sei seit 1991 Stadt des Friedens; das sei sie auch mit Bundeswehr-Kaserne.

Am Ende der Debatte im Stadtrat gab es neun Ja-Stimmen für ein Werbeverbot der Bundeswehr, die Mehrheit aber war dagegen.

Sven Kochale und Generalmajor Ansgar Meyer 23 min
Bildrechte: MDR/Sven Kochale

Bundeswehr-Werbung auch Thema in Zwickauer Stadtrat

Auch in Zwickau wurde Werbung der Bundeswehr kürzlich diskutiert. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 30. Januar auf Antrag des BSW mehrheitlich beschlossen, jegliche Bundeswehr-Werbung auf städtischen Gebäuden und Verkehrsmitteln zu untersagen. Oberbürgermeisterin Constance Arndt (Bürger für Zwickau) legte jedoch ihr Veto ein.

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MDR (kir/mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 20. März 2025 | 07:30 Uhr

40 Kommentare

Huxley vor 23 Stunden

Schließen sie doch was das Nichtwissen geht nicht immer von sich auf andere. Bei der Berufsberatung im Karrierecenter der Bundeswehr wird durchaus Klartext geredet und man unterschiedet da auch ob einer eher IT-affin ist oder sich eher körperlich fordernd betätigen will.

Huxley vor 23 Stunden

Wissen sie was? Menschen die Medizin studieren wissen durchaus, dass es da nicht um die Doktorspiele aus der Pubertät geht und wer sich bei der Bundeswehr verpflichtet, der weiß durchaus auch, dass das Leben als Soldat nichts mit einem Ego-Shooter zu tun hat.

Haben sie also noch Argumente, warum unsere Armee keine Werbung schalten sollte um ihren Personalbedarf zu decken?

Huxley vor 23 Stunden

Was für eine sinnlose Diskussion. Die Bundeswehr ist ein großer Arbeitgeber in unserem Land und dient der Sicherheit dieses Landes. Warum sollte man Milliarden für diese Sicherheit ausgeben, wenn man der Armee dann verbieten will die notwendigen Soldaten zu gewinnen?

Die Argumente von Herrn Stolp kommen mir recht verlogen vor und deuten doch eher auf eine generelle Ablehnung gegenüber unserer Armee oder der Verteidigungsfähigkeit unseres Landes hin. Selbstverständlich kann man darüber diskutieren, ob die gesamte Innenstadt mit der Werbung eines Unternehmens bestückt sein soll, aber so groß ist der Werbetat der Bundeswehr nun auch nicht, dass dies der Fall wäre.

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